Coronavirus in Stuttgart Eltern halten nichts von verlängerten Weihnachtsferien

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Der Gesamtelternbeirat fürchtet Betreuungslücken, weil Urlaube und freie Tage der Mütter und Väter aufgebraucht sind. Auch bei den Schulleitern herrscht Skepsis.

Zu Weihnachten wird in Stuttgart allenfalls vereinzelt früher aufgestuhlt. Foto: StZ
Zu Weihnachten wird in Stuttgart allenfalls vereinzelt früher aufgestuhlt. Foto: StZ

Stuttgart - Anders als in Nordrhein-Westfalen soll eine Verlängerung der Weihnachtsferien nicht verordnet werden. Kultusministerin Susanne Eisenmann sagte am Donnerstag: „Eine solche Maßnahme von oben verordnet könnte organisatorische Fragen auslösen und zahlreiche Eltern vor Betreuungsprobleme stellen. Das wollen wir vermeiden.“ Den Schulen ist es nun freigestellt, wie sie verfahren.

Keine Stuttgarter Lösung in Sicht

Die Geschäftsführenden Schulleiter haben sich am selben Tag per Videokonferenz abgesprochen. Den Ferienbeginn so kurzfristig noch zu ändern, hätten die Teilnehmer als schwierig erachtet. „Eine einheitliche Lösung für ganz Stuttgart wird’s wohl nicht geben“, sagt der Geschäftsführende Schulleiter der Gewerblichen Schulen, Felix Winkler.

Urlaube sind aufgebraucht

Möglich wäre ein vorgezogener Ferienbeginn durch die Verlegung von beweglichen Ferientagen. Dem müssen die Elternvertreter zustimmen. Der Gesamtelternbeirat der Stuttgarter Schulen hat den Vorschlag am Freitag kritisiert. „Auch wenn es sich lediglich um zwei Tage handelt, die Eltern haben in diesem Jahr überwiegend keinen Urlaub und keine freien Tage mehr, die Überstunden sind aufgebraucht“, sagt die kommissarische Vorsitzende Manja Reinholdt. Sie arbeite auf einer Intensivstation und wisse, wie schwierig die Dienstplan-Erstellung gewesen sei. „Wo bleibt hier die Planungssicherheit für alle Beteiligten?“, fragt sie.

Eltern fürchten Betreuungswirrwarr

Dass Eisenmann die Entscheidung den Schulen überlasse, erwecke den Anschein, als wolle die Kultusministerin die Verantwortung für diesen Schritt abgeben. Der Gesamtelternbeirat erwarte von ihr stattdessen eine vorausschauende Planung. „Zumindest muss es ein einheitliches Vorgehen für Stuttgart geben, sonst kommt es zum Betreuungswirrwarr“ fordert Manja Reinholdt.




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