Stuttgart-Freiberg Hunderte Hochhausbewohner lassen sich auf Corona testen

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Nach sechs bekannten Corona-Infektionen in Stuttgart-Freiberg setzt das Gesundheitsamt auf eine neue Strategie: Im engen Umfeld der Infizierten werden alle Bewohner eines Gebäudekomplexes getestet.

Das Ergebnis der Tests soll bis Mittwoch vorliegen. Foto: Andreas Rosar /Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg
Das Ergebnis der Tests soll bis Mittwoch vorliegen. Foto: Andreas Rosar /Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg

Stuttgart - Ärzte und Mitarbeiter des Roten Kreuzes (DRK) sind am Samstag in einem Freiberger Hochhauskomplex von Tür zu Tür gegangen, um den Bewohnern Corona-Tests anzubieten. „Wir hatten dort sechs nachgewiesene Fälle in zwei Familien“, erläutert Stefan Ehehalt, der Leiter des städtischen Gesundheitsamts. Man habe nun eine neue Teststrategie: „Wir testen niederschwellig und großflächig“, sagt Ehehalt. Diesem Konzept zufolge habe man beschlossen, das ganze Umfeld der Familien zu untersuchen.

In den beiden Kindertagesstätten und der einen Schule, zu denen Bezüge bestanden, sei das schon in der vergangenen Woche geschehen. Dort habe sich niemand angesteckt. Nun habe man herausfinden wollen, ob in dem Hochhauskomplex mit rund 400 Bewohnerinnen und Bewohnern eine freie Viruszirkulation bestehen könnte – sprich das Coronavirus sich dort auch außerhalb der von den bekannten Infektionen betroffenen Familien verbreitet habe.

Viele Bewohner machen bei dem großen Test mit

Die Tests bot die kassenärztliche Vereinigung als Partnerin des städtischen Gesundheitsamts an, das Deutsche Rote Kreuz unterstützte die Ärzte. Die Untersuchung war freiwillig. „Es machten aber viele mit“, stellt Ehehalt zufrieden fest. „Das ist sehr gut, denn wir machen ja eine Art Fährtensuche, um Infektionen frühzeitig erkennen zu können“, sagt der Mediziner.

Die Auswertung der Tests aus Stuttgart-Freiberg soll Mitte der Woche vorliegen. Sollte jemand positiv getestet sein, würde das Ergebnis schneller übermittelt werden, am Montag oder Dienstag. Die Getesteten hätten eine Kontaktmailadresse bekommen, um sich auf dem Laufenden zu halten.

Die in Freiberg bekannt gewordenen Fälle seien nicht auf Reiserückkehrer zurückzuführen gewesen, sagt Stefan Ehehalt. Doch diese würden ihm angesichts der beginnenden Ferienzeit Sorgen bereiten. Er halte für Heimkehrende aus Risikogebieten eine Quarantäne für sinnvoll. Wenn diese von den aktuell geltenden 14 Tagen verkürzt werden solle, dann wäre laut Ehehalt eine Dauer von einer Woche sinnvoll. Dabei müsste dann aber am fünften Tag nach der Heimkehr ein weiterer Test erfolgen.




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