Coronavirus in Stuttgart Hohe Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen – Impfquote steigt kaum

Kinder seien stärker „Infektionssituationen“ ausgesetzt als ältere Menschen, sagt das Gesundheitsamt. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Kinder seien stärker „Infektionssituationen“ ausgesetzt als ältere Menschen, sagt das Gesundheitsamt. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Das Gesundheitsamt Stuttgart bezeichnet die Entwicklung der Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen als „besorgniserregend“. Die Altersgruppen mit den weitaus höchsten absoluten Infektionszahlen sind aber die 20- bis 59-Jährigen.

Lokales: Mathias Bury (ury)
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Stuttgart - Mag die Sieben-Tage-Inzidenz der Landeshauptstadt auch deutlich unter der mancher Umlandkreise liegen: sehr hoch ist sie allemal. Am Freitag lag sie bei 353,8 Fällen pro 100 000 Einwohner, 373 Neuinfektionen sind an diesem Tag dazu gekommen, in einer Woche 2230 . Eine Auswertung der Inzidenzen nach Altersgruppen ergibt ein differenziertes Bild des Infektionsgeschehens in Stuttgart. In der Woche vom 18. bis zum 25. November ist die Inzidenz bei den Zehn- bis 19-Jährigen nochmals stark gestiegen, von 811,9 auf 989,2 Fälle, gerechnet auf 100 000 Personen. Die absolute Zahl in sieben Tagen in dieser Gruppe beträgt 502 Infektionsfälle. Weiter sehr hoch, aber zurückgegangen ist die Inzidenz bei den Sechs- bis Neunjährigen von 947 auf 857,3 (bei absolut 172 Infektionen). Zwar deutlich geringer, aber dafür enorm gewachsen ist der Inzidenzwert bei den Drei- bis Fünfjährigen (von 325,9 auf 597,6), was einer absoluten Zahl von 99 Fällen in einer Woche entspricht.

Kinder haben mehr „Infektionssituationen“

Das Gesundheitsamt erklärt dazu, der weitere Anstieg der Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen sei „besorgniserregend“, so Pressesprecher Niklas Junkermann. In diesen Altersgruppen seien aber auch die Impfraten „deutlich geringer als in anderen Gruppen“, überdies begäben sich deren Mitglieder anders als Ältere jeden Tag in „Infektionssituationen“ in geschlossenen Räumen sowie „im Sport- und Freizeitbereich“.

Die Impfquote kommt nicht voran

Die Inzidenz bei den Kleinkindern bis zu zwei Jahren ist im genannten Zeitraum von 228,1 auf 268 gestiegen (bei absolut insgesamt 47 Infektionen). Bei den 20- bis 39-Jährigen nahm der Inzidenzwert von 435,6 auf 477 zu (absolute Fälle: 933), bei den 40- bis 59-Jährigen von 403,9 auf 468 (absolut 767 Fälle) und bei den 60- bis 79-Jährigen leicht von 207,4 auf 214 (absolut 226). Nur in der Altersgruppe der über 80-Jährigen, von denen viele schon eine dritte Impfung erhalten haben, ist die Inzidenz von 154,3 auf 120,3 zurückgegangen (bei nur 46 Infektionsfällen). Die Impfquote kommt in der Landeshauptstadt weiter nur sehr schleppend voran. Anfang der Woche meldete das Land, dass 61,9 Prozent der Stuttgarterinnen und Stuttgarter zweimal geimpft seien (eine Woche davor waren es 61,6 Prozent), 63,9 Prozent haben einen Piks erhalten.




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