Coronavirus in Stuttgart Königstraße füllt sich – Umsätze fehlen trotzdem

Mit Maske auf die Königstraße: Es kommen wieder mehr Menschen auf die Stuttgarter Einkaufsstraße, aber sie lassen nicht zwingend mehr Geld dort. Foto: dpa/Marijan Murat
Mit Maske auf die Königstraße: Es kommen wieder mehr Menschen auf die Stuttgarter Einkaufsstraße, aber sie lassen nicht zwingend mehr Geld dort. Foto: dpa/Marijan Murat

Die Menschen kehren in die Stuttgarter Innenstadt zurück. Das zeigen Daten von drei Messstellen in der City. Von einem „neuen Normal“ ist man dennoch weit entfernt – auch bei den Umsätzen.

Digital Unit: Jan Georg Plavec (jgp)
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Stuttgart - Seit einer Woche dürfen in Baden-Württemberg die meisten Geschäfte wieder öffnen. In Stuttgart hat dies besonders am Samstag erheblich mehr Menschen in die Innenstadt gezogen als an den Wochenenden davor. Das geht aus Zahlen des Datenanbieters Hystreet hervor, der mittels Laserschranke an zwei Messpunkten in der Königstraße sowie in der Stiftstraße Passanten zählt.

Auf der Königstraße wurden am Samstag zwischen 10 und 20 Uhr insgesamt 29830 (Bereich zwischen Schlossplatz und Schulstraße) beziehungsweise 24967 Passanten (Schulstraße bis Rotebühlplatz) gezählt. Das entspricht in etwa der Hälfte der durchschnittlichen Frequenz – und liegt weit über den Werten vor der Wiederöffnung der meisten Läden, als höchstens ein Viertel der üblichen Passantenzahlen erreicht wurde.

Das folgende Diagramm zeigt die Passanten zwischen Schulstraße und Rotebühlplatz in der vergangenen Woche – und zum Vergleich die Zahlen aus der Woche 22. bis 28. April 2019. Damals herrschten ähnlich angenehme Temperaturen. Montag, 22. April war ein Feiertag (Ostermontag).

Die Menschen kehren also zurück in die Stadt – sie lassen dort aber nicht zwingend viel Geld liegen. „Etliche Geschäfte haben geöffnet, weil sie es wieder durften“, sagt Sven Hahn von der City-Initiative Stuttgart, „bei vielen ist aber der Aufwand höher als der Umsatz“. Der City-Manager, der Einzelhändler, Gastronomen und Kulturinstitutionen in der Innenstadt vertritt, beklagt unter anderem, dass Cafés, Restaurants und Bars weiterhin geschlossen bleiben müssen beziehungsweise Speisen und Getränke nur zum Verzehr auf der Straße verkaufen dürfen.

Noch kein „neues Normal“

Auf der Königstraße entsprach die Zahl der Passanten in etwa dem Wert vom 14. März – dem letzten Samstag vor dem allgemeinen Lockdown wegen des Coronavirus. In der Folge war die Passantenfrequenz in der Innenstadt extrem eingebrochen. Dass sich die City jetzt wieder so voll anfühle, habe auch damit zu tun, „dass man es nicht mehr gewohnt ist“, so Hahn. Ein neuer Normalzustand sei aber noch nicht erreicht.

Bei den Öffnungszeiten werde der eine oder andere Einzelhändler noch herumexperimentieren, so Hahn. Die Warteschlangen vor Geschäften, die nur eine bestimmte Zahl Kunden einlassen, würden nicht zwingend bleiben und die von ihm vertretenen Einzelhändler hätten auch noch Fragen bei der Absperrung einzelner Bereiche in den Läden sowie zur Maskenpflicht zu klären. Und die potenziellen Kunden? „Konsum hängt daran, wie viel die Leute in der Tasche haben. Dafür müssen die Menschen erst noch ein Gefühl entwickeln“, sagt Sven Hahn. Möglicherweise kommen dann nicht nur die Menschen, sondern auch die Umsätze wieder zurück.




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