Coronavirus Manche Familie hat Angst, sich anzustecken

Von Natalie Kanter 

Obwohl es inzwischen wieder möglich ist: Einige Eltern in Lenfelden-Echterdingen bringen ihr Kind vorerst lieber noch nicht in die Kita oder in den Hort. Das hat auch mit der Infektionsgefahr zu tun.

Nicht alle, die könnten, wollen ihren Betreuungsplatz aktuell in Anspruch nehmen. Foto: dpa/Christoph Soeder
Nicht alle, die könnten, wollen ihren Betreuungsplatz aktuell in Anspruch nehmen. Foto: dpa/Christoph Soeder

Leinfelden-Echterdingen - Die Kinder spielen in getrennten Stockwerken, es gibt teils vier unterschiedliche Eingänge, gegessen wird in mehreren Schichten und in getrennten Räumen: Das sind Punkte des Hygiene-, und Schutzkonzeptes, welches das städtische Team rund um Ingrid Krebs – sie ist bei der Kommune zuständig für die Kinderbetreuung – in den vergangenen Wochen mit Erziehern und Eltern erarbeitet hat. Nur so ist es möglich, dass seit diesem Mittwoch die Kitas in Leinfelden-Echterdingen und auch die Betreuungsgruppen für Grundschulkinder nach Unterrichtsschluss wieder für alle Mädchen und Jungen zugänglich sind.

Aber: „Komplett sicher sind die Kinder deshalb nicht“, sagt Ingrid Krebs. Will heißen: Die Gefahr, sich im Kontakt mit anderen mit dem Coronavirus anzustecken, ist nicht komplett gebannt. Tritt ein Fall auf, muss die Stadt die jeweilige Gruppe wieder schließen. In Kitas, in denen keine getrennten Bereiche geschaffen werden können, müsste dann das ganze Haus erneut zumachen.

Es gibt verschiedene Gründe für die Entscheidung

Derweil haben sich Eltern von 30 Kita-Kindern entschlossen, ihren Platz bis Ende August stilllegen zu lassen, was die Stadt ihnen generell angeboten hatte. Zwei haben ganz gekündigt. Zum Vergleich: In der Stadt gibt es 1863 Kitaplätze. Bei der Schulkinderbetreuung sind sogar 146 Plätze von 623 vorerst stillgelegt, 95 Plätze wurden gekündigt. Bei Letzterem handelt es sich um vor allem um Plätze, die Viertklässler in Anspruch genommen hatten.

Die Gründe sind laut Ingrid Krebs vielfältig. Einige Eltern hätten Bedenken, dass sich ihre Kinder mit dem Coronavirus anstecken könnten. Andere seien noch in Kurzarbeit und könnten sich so selbst um ihr Kind kümmern. Hier spiele dann auch Geld eine Rolle. Während in den Monaten April, Mai und Juni keine Betreuungsgebühren angefallen sind, bucht die Kommune von 1. Juli an den Betrag wieder ab. Zumindest dann, wenn die Familien die Betreuung in Anspruch nehmen.

Und wie geht es nach den Sommerferien weiter?

Eltern von Viertklässler hätten sich zudem überlegt: Jetzt war ihr Kind so lang zu Hause, und sie haben es gut hinbekommen, nun könnten sie das bis zu den Sommerferien weiter so machen. Krebs sagt dazu: „Viertklässler sind ja auch schon recht selbstständig.“ Die Stadt werde freilich entlastet, wenn nicht so viele Kinder in die Einrichtungen gehen.

Die Kommune wird, wie üblich, auch in den Sommerferien Betreuung anbieten. Überlegt wird, welche Maßnahmen danach notwendig sind. Im Gespräch ist das Abfragen der Urlaubsorte bei Rückkehr und Fiebermessen vor Betreten des Hauses. Eltern und Kinderärzte könnten auch Infos erhalten, wann Kinder wieder heimgeschickt werden, wann ein Attest und ein Corona-Test notwendig ist.




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