Coronavirus Regierungsberater empfehlen Wiedereröffnung der Schulen und Schutzmasken

Von red/rtr/AFP/dpa 

Berater der Bundesregierung empfehlen die rasche Wiederaufnahme des Schulunterrichts. „Die Wiedereröffnung der Bildungseinrichtungen sollte sobald wie irgend möglich erfolgen, und zwar schrittweise und nach Jahrgangsstufen differenziert“, schreiben die Wissenschaftler der Leopoldina.

Schulen sollen laut Regierungsberatern rasch wieder öffnen. Foto: dpa/Arne Dedert
Schulen sollen laut Regierungsberatern rasch wieder öffnen. Foto: dpa/Arne Dedert

Berlin - Die Berater der Bundesregierung bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie empfehlen die rasche Wiederaufnahme des Schulunterrichts. Zudem sprechen sich die Wissenschaftler der Leopoldina in ihrer am Montag veröffentlichten Stellungnahme für die Nutzung von Atemschutzmasken und einen wesentlich verbesserten Überblick über die Ausbreitung der Seuche aus. „Die Wiedereröffnung der Bildungseinrichtungen sollte sobald wie irgend möglich erfolgen, und zwar schrittweise und nach Jahrgangsstufen differenziert“, schreiben sie in ihrer Expertise. Das Gutachten ist eine der Grundlagen für Beratungen der Bundesregierung mit den Ländern am Mittwoch über eine Lockerung der Kontakteinschränkungen.

Voraussetzungen für Lockerungen

Voraussetzung für eine Lockerung sei, dass sich die Neuinfektionen auf einem niedrigen Niveau stabilisierten, das Gesundheitssystem nicht überlastet werde, Infizierte zunehmend identifiziert würden und Schutzmaßnahmen eingehalten würden. Die Forscher empfehlen die obligatorische Nutzung von Atemschutzmasken in bestimmten Fällen: „Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz sollte als zusätzliche Maßnahme in bestimmten Bereichen wie dem öffentlichen Personenverkehr Pflicht werden.“ Zudem befürworten sie die Nutzung von Handy-Daten auf freiwilliger Basis, um einen besseren Überblick über die Seuche zu erhalten. Als unverzichtbar werten es die Wissenschaftler, „die Erhebung des Infektions- und Immunitätsstatus der Bevölkerung substanziell zu verbessern.“

Im Bereich der Wirtschaft warnen die Experten vor einer Beteiligung des Staates an Unternehmen, um diese zu retten. Dies sollte nur im „äußersten Notfall“ geschehen. Mittelfristig sind ihrer Ansicht nach staatliche Impulse notwendig, um die Konjunktur anzukurbeln. Dies könnten Steuererleichterungen oder öffentliche Investitionen sein.

Die Krise müsse in der Europäischen Union solidarisch bekämpft werden, heißt es. Dazu gehörten die Gewährleistung der Liquidität durch die Europäische Zentralbank, finanzielle Unterstützungen aus dem EU-Haushalt und der Europäischen Investitionsbank sowie Kredite aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus.