Coronavirus Warum Hygieneregeln so wichtig sind

Die Schutzmaske gehört für die meisten Menschen mittlerweile zum Alltag. Foto: imago images/MiS
Die Schutzmaske gehört für die meisten Menschen mittlerweile zum Alltag. Foto: imago images/MiS

Atemschutzmasken sind unbeliebt. Sie können aber nachweislich vor einer Ansteckung schützen – genauso wie ausreichender Abstand.

Wissenschaft: Klaus Zintz (Zz)

Stuttgart - Dieser Tage hat Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), erneut für das Tragen einer Schutzmaske geworben. Sie sei neben dem Schutz auch ein Zeichen der Solidarität. Er selbst habe einen Mund-Nasen-Schutz immer dabei und trage ihn immer, wenn mehr Menschen zusammenkämen. Das ist auch dringend erforderlich, denn nach jüngsten WHO-Angaben sind bisher weltweit 17,7 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert worden, 681 000 Patienten sind nach offizieller Erfassung mit oder an Covid-19 gestorben. Doch die Dunkelziffer dürfte hoch sein, so dass es weitaus mehr Corona-Opfer gibt. Und ein Ende der Pandemie ist keineswegs in Sicht.

Deshalb dringen die für die Gesundheit verantwortlichen Behörden nach wie vor auf die strikte Einhaltung der Hygieneregeln. So betont das Robert-Koch-Institut (RKI) immer wieder, wie wichtig das individuelle Verhalten sei, wozu Atemschutzmaske, Abstand und Händewaschen gehören. Ohne diese Maßnahmen könnte sich „das Virus unkontrolliert weiterverbreiten und es würde – durch die hohe Infektiosität des Virus und die fehlende Immunität in der Bevölkerung – sehr rasch wieder zu einer exponentiellen Zunahme der Neuinfektionen und zu einer unter Umständen sehr starken zweiten Welle kommen“, heißt es dazu beim RKI.

Sinn ist offensichtlich

Wie sicher können aber Masken tatsächlich vor einer Infektion schützen? Hier haben auch viele Wissenschaftler dazugelernt, die zumindest am Anfang der Pandemie nicht sonderlich vom Sinn der Schutzmasken überzeugt waren. Klar war allerdings schon immer, dass eine Maske andere Menschen vor Erregern schützen kann, die der Träger der Maske ansonsten ungehindert in der Umwelt verteilen würde. Deshalb müssen Ärzte bei Operationen Masken tragen. Damit ist der Sinn einer Maske auch im Alltag offensichtlich: Sie schützt vor allem Mitmenschen, sollte der Maskenträger mit dem Coronavirus infiziert sein. Es ist also ein Gebot der Rücksicht gegenüber den Mitmenschen, Maske zu tragen – und zwar richtig, also Mund und Nase damit zu bedecken. So kann die Maske Speicheltröpfchen und darin enthaltene Viren zurückhalten, die man beim Husten, Niesen und Sprechen abgibt. Das gilt bis zu einem gewissen Grad auch in entgegengesetzter Richtung: Wird man versehentlich von einem infizierten Menschen ohne Mundschutz etwa beim lauten Sprechen angespuckt, dann hält die eigene Maske die Tröpfchen recht gut ab.

Studien belegen Nutzen

Hinzu kommt die psychologische Wirkung einer Maske. Sie zeigt deutlich sichtbar, dass die Gefahr einer unter Umständen tödlichen Infektion mit dem Coronavirus keineswegs gebannt ist. Damit denkt man auch eher an den Sicherheitsabstand – wobei die Träger einer Maske auch das Signal an ihre Mitmenschen aussenden, doch bitte auf einen Abstand von 1,5 bis zwei Meter zu achten. Denn es ist leicht einzusehen, dass es für das Virus umso schwerer ist, einen anderen Menschen zu infizieren, je größer der Abstand ist.

Inzwischen belegen mehrere Studien den Nutzen der Masken. So stellte im Juni ein Forscherteam im Fachblatt „PNAS“ fest, dass die Übertragung des Virus durch die Luft die wichtigste Ursache für eine Infektion sei. Ihre Analyse der Corona-Ausbrüche in Wuhan, Italien und New Yorik fassten die Forscher so zusammen: „,Wir schließen daraus, dass das Tragen von Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit das effektivste Mittel ist, die Übertragung von Mensch zu Mensch zu verhindern.“

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