Countdown zum StZ-Lauf Fettsäuren aus der Champions League

Von Johannes Scharnbeck 

Lauf, trinken, essen, laufen. Die Tage bis zum StZ-Lauf sind klar strukturiert. Und plötzlich bekommt unsere Laufclique seltsame Angebote.

 Foto: Pressefoto Baumann 3 Bilder
Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Wie Henrik Gebers beim Halbmarathon des Stuttgarter-Zeitung-Laufs am 29. Mai abschneiden wird, hat vor vier Monaten nur ihn, seine Eltern und einige Freunde interessiert. Doch seit sich der 26-Jährige als Mitglied der StZ-Laufclique gemeinsam mit drei weiteren Lesern und vier Mitarbeitern der Stuttgarter Zeitung auf die 21,1 Kilometer lange Strecke durch die baden-württembergische Landeshauptstadt vorbereitet, weiß auch er: auf seine Zielzeit werden nun deutlich mehr Menschen schauen.

Henrik Gebers merkt das nicht nur daran, dass seine Mutter in den vergangenen Wochen ständig die StZ-Artikel über die Laufclique aus dem Briefkasten fischte, die ihr Nachbarn und Bekannte mit dem Verweis auf den Sohnemann eingeworfen hatten. Sondern auch daran, dass er plötzlich außergewöhnliche Anfragen erhält.

Als ein Foto, auf dem er mit freiem Oberkörper den Leistungstest absolviert hatte, in der StZ erschien - und somit sein Weltkarten-Tattoo auf dem Bauch zu sehen war- meldeten sich ein Tattoo-Magazin sowie ein Weltkarten-Sammler bei ihm. Beide wollten Henrik Gebers gerne fotografieren, doch der Geografiestudent lehnte ab. Er konzentriert sich lieber voll und ganz auf den Halbmarathon.

"Esst mehr Gewürze!"

Dass sich die acht Mitglieder der StZ-Laufclique in einer besonderen Situation befinden, weiß auch Wolfgang Feil. Und deswegen hat der Ernährungsexperte gleich zu Beginn des Treffens den Freizeitsportlern einen besonderen Tipp gegeben. "Ihr steht ja gewissermaßen unter öffentlichem Druck", sagte Feil. "Zur Beruhigung eurer Nerven empfehle ich daher: esst mehr Gewürze - wie Zimt und Ingwer."

Doch der 52-Jährige, der mit der Ernährungsfirma Ultra-Sports zusammenarbeitet und unter anderem die Handball-Nationalmannschaft, den Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno sowie die Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim und Mainz 05 berät, beschränkte sich nicht nur auf Hinweise zur Beruhigung der Nerven. Schließlich standen auch bei der neunten gemeinsamen Trainingseinheit der Laufclique vor allem die sportlichen Aspekte im Vordergrund. Zwar bewegten sich die acht Freizeitsportler diesmal nur minimal, doch es ging ja vor allem um das Zuhören.

Knapp zwei Wochen vor dem Stuttgarter-Zeitung-Lauf erklärte Feil der Laufclique, was sie hinsichtlich der Ernährung vor, während und nach dem Halbmarathon beachten muss. Und neben dem Nervenberuhigungstipp begann er seinen Vortrag mit einer weiteren Motivation. Er enthüllte ein Flipchart, auf dem eine Hand mit "Daumen hoch" abgebildet war, und schrieb über den ausgestreckten Daumen das Wort: Erfolg. "Um sportlichen Erfolg zu erreichen", sagte Feil, "ist die richtige Ernährung eminent wichtig."

Ein Teelöffel für die ganz Harten

Als Basis empfiehlt er, viele Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen. "Den Fußballern sage ich immer: die spielen in der Champions League. Die sind also gut", betonte Feil. "Sie schützen vor Entzündungen und Verletzungen." Omega-3-Fettsäuren kommen vor allem in den Pflanzenölen vor wie Walnuss- und Speiseleinöl. "Ein halber Teelöffel nach dem Essen ist ideal", rät Feil. "Die ganz Harten können auch einen ganzen Teelöffel nehmen." Einen weiteren wichtigen Grundsatz, den Profi- und Freizeitsportler bei der Ernährung befolgen sollten, betrifft das Verhältnis der Nährstoffe. "Man sollte 50 Prozent Kohlenhydrate, 35 Prozent Fett und 15 Prozent Eiweiß zu sich nehmen", sagte Feil.

Zusätzlich schwört er auf Kräuter und Gewürze, denn die aktivieren den Stoffwechsel und stabilisieren so das Immunsystem. Feils Motto lautet daher: "Alles, was grün ist, ist gut." Auf die Gewürze setzt er also nicht nur, weil sie die Nerven beruhigen. Zu Zimt, Ingwer, Chili und Pfeffer rät er auch, weil "Zimt und Ingwer die Muskeln besser schützen, Chili an die Fettzellen geht und Pfeffer zum Beispiel die Wirkung der Salatstoffe verdoppelt."

Doch Feil gab nicht nur Tipps, die einige Überwindung kosten. Er forderte die acht Freizeitsportler auch dazu auf: "Esst mehr Schokolade - aber die mit 70 Prozent Kakaoanteil - und trinkt ruhig fünfmal am Tag Kaffee. Die hochprozentige Schokolade senkt den Blutdruck, und Kaffee ohne Zucker schützt vor Alzheimer." Diesen Ratschlag nahmen die Mitglieder der Laufclique natürlich gerne auf. Insgesamt war es Feil wichtig zu vermitteln: "Man kann sich gesund ernähren und trotzdem die schönen Seiten des Lebens ausschöpfen."

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