Curevac kooperiert mit Bayer Corona-Impfstoff soll schnell verteilt werden

Einen Impfstoff auch zu den Menschen zu bringen, ist so schwierig wie ihn zu entwickeln. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Das Tübinger Biotechnologie-Unternehmen Curevac hat mit Bayer einen großen Partner für die Verteilung seines künftigen Corona-Impfstoffes gefunden.

Stadtentwicklung & Infrastruktur: Andreas Geldner (age)

Stuttgart - Das Tübinger Biotechnologie-Unternehmen will mit einer Kooperation mit dem Chemiekonzern Bayer gewährleisten, dass sein zurzeit entwickelter Corona-Impfstoff vor allem in Europa effizient vertrieben werden kann. Aktuell läuft die finale Testphase. Mit ersten Studienergebnissen rechnet das Unternehmen im ersten Quartal diesen Jahres, sodass der Impfstoff wohl im zweiten Quartal für die breite Anwendung zur Verfügung stehen könnte. Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte man unter anderem mit dem deutschen Chemieunternehmen Wacker einen Partner für den Ausbau der Produktionskapazitäten gefunden.

 

Nun geht es darum, von der Infrastruktur eines deutlich größeren Unternehmens zu profitieren, vor allem um die Lieferung und Vertrieb von mehreren hundert Millionen Impfdosen zu unterstützen. Man habe jetzt einen starken Partner, „um den Impfstoff nach Erhalt der erforderlichen behördlichen Genehmigung zu denen zu bringen, die ihn brauchen,“ sagte Curevac-Chef Franz-Werner Haas.

Im Augenblick wird zurzeit weltweit deutlich, dass der Vertrieb und die rasche, massenhafte Anwendung von Corona-Impfstoffen eine mindestens so große Hürde darstellt wie deren eigentliche Entwicklung. Schwerpunkt der Kooperation wird der Vertrieb innerhalb der EU sein. Bayer erhält aber auch Optionen, um Inhaber der Marktzulassung in anderen Märkten außerhalb Europas zu werden.

Für schnellen, massenhaften Vertrieb ist Curevac zu klein

Die Herausforderung zeigt ein Vergleich der Größenordnung beider Unternehmen: Curevac hat 500 Mitarbeiter, Bayer hingegen 104 000. Das Tübinger Unternehmen hat bisher noch keinen auf seiner innovativen Technologie basierenden Impfstoff auf den Markt gebracht – und steht nun vor der Herausforderung, Teil der größten Impfkampagne der Geschichte zu werden, die zudem unter hohem Zeitdruck steht. Allein mit der EU hat Curevac bereits – inklusive Optionen – einen Vertrag über die Lieferung von bis zu 405 Millionen Impfdosen abgeschlossen.

Konkurrent Biontech hatte schon früh einen großen Partner

Der deutsche Konkurrent Biontech, der mit einer ähnlichen Technologie arbeitet, ging schon sehr früh eine enge Kooperation mit dem US-Pharmagiganten Pfizer ein und konnte deshalb bereits die aufwendigen, medizinischen Studien, die in der Schlussphase mehrere zehntausend Teilnehmer umfassen, massiv beschleunigen. Auch deshalb, nicht nur wegen der zügigen Entwicklung selbst, ist dieser Impfstoff in der Corona-Pandemie der erste auf dem Markt gewesen.

Die Entwicklung bei Curevac wurde zwar ebenfalls mit EU-Geldern und einer Beteiligung der bundeseigenen Förderbank KfW beschleunigt, ein entsprechender starker Entwicklungs- und Vertriebspartner fehlte aber bisher. Auch dies ist einer der Gründe, warum Curevac trotz derselben Technologie nicht dasselbe Tempo wie die Firmen Biontech/Pfizer und das US-Unternehmen Moderna aufnehmen konnte, welche bereits zugelassene Corona-Impfstoffe anbieten.

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