CVJM Posaunenchor Untertürkheim Lautstarkes Blech zum Jubiläum

Von Mathias Kuhn 

Der CVJM-Posaunenchor Untertürkheim feiert am Samstagabend sein 125-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert. 30 aktive Musikerinnen und Musiker setzen damit die 1894 gegründete Tradition fort.

Ein starkes Team mit seinen  Blechinstrumenten: Der CVJM-Posaunenchor Untertürkheim feiert  Jubiläum. Foto:  
Ein starkes Team mit seinen Blechinstrumenten: Der CVJM-Posaunenchor Untertürkheim feiert Jubiläum. Foto:  

Untertürkheim - Er spielt in Gottesdiensten, an Trauer- und Gedenktagen, vertritt den Stadtbezirk auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt, gibt Konzerte in Gefängnissen, Pflegeheimen, in Stuttgarts Partnerstadt Samara, in Thüringen sowie in Spanien, und seine Töne erklingen für Kranke, Jubilare und zur Freude vieler Musikliebhaber: der CVJM-Posaunenchor Untertürkheim. Am Samstag feiern die Bläserinnen und Bläser mit Freunden und Zuhörern das 125-jährige Bestehen mit einem Jubiläumskonzert; am Sonntag folgt ein Festgottesdienst.

„Wir wollen den Zuhörern mit unserer Musik eine Freude machen und die christliche Botschaft weitertragen“, sagt der Chorleiter Martin Ströbel. Die Musikstücke sind zwar zeitgemäßer, manchmal sogar poppiger geworden, dennoch sieht er den Posaunenchor in der Tradition der Vorgängergenerationen. Ende des 19. Jahrhunderts kamen ein paar Männer des 1881 gegründeten CVJM Untertürkheim zur Überzeugung, dass im Ort Gottes Lob nicht nur durch das Wort, sondern auch mit Blechinstrumenten verkündet werden sollte. Am Vorabend des 1. Advents 1894 war es soweit: Sechs Männer gründeten den Posaunenchor. „Es herrschte Aufbruchstimmung. Sie haben Mut bewiesen. Sie haben bei Null begonnen, mussten Geld für Instrumente sammeln und die Instrumente erlernen“, sagt Ströbel. Mäzene öffneten schon damals den Geldbeutel, ein Lehrer aus Fellbach unterrichtete die Untertürkheimer.

Die Jungbläser waren offensichtlich lernbegierig und begabt. Nach drei Jahren traten sie bereits beim ersten Posaunentag in Heilbronn als Solisten auf und heimsten Lob ein. „Noch heute spielen Nachkommen der Gründerväter im Posaunenchor“, sagt das Chormitglied Rainer Strauß. Freilich genießen die Musikerinnen und Musiker in der heutigen Zeit eine wesentlich profundere Ausbildung als in den Anfangsjahren. Die Jugendlichen erhalten oft Einzelunterricht bei Margrit Strauß oder anderen speziell dafür ausgebildeten Posaunenchormitgliedern, und sie werden als Jungbläser schnell in den Posaunenchor integriert. „Denn die Nachwuchsarbeit ist die Grundlage für die Fortführung der Tradition“, sagt Chorleiter Ströbel. Der Zulauf ist erfreulich, was auch an modernen Titeln wie „Pirates of the Caribbean“ liegen mag, die Ströbel gerne einstreut. Dennoch müssen die Untertürkheimer immer wieder einige von ihnen ausgebildete Mitglieder an andere Chöre abgeben, weil die Heranwachsenden in anderen Städten studieren, umziehen oder eine Familie gründen. „Im Gegenzug bekommen wir nur wenige Neumitglieder, die nach Stuttgart ziehen“, bedauert Strauß.

Aktuell kann Ströbel auf 30 Aktive zählen. „In den Proben und Konzerten sitzen Teenager wie selbstverständlich neben 83-Jährigen, reden und machen Musik miteinander“, sagt Ströbel. Besondere Erlebnisse wie die Konzertreise nach Samara, bei der ein Teil der Instrumente zunächst auf dem Rollfeld stehen blieb, oder die Auftritte in der Justizvollzugsanstalt in Stammheim, aber auch das Adventsblasen im Robert-Bosch-Krankenhaus sowie die „Nachproben“ in den Vereinsräumen festigen die Gemeinschaft. „Unsere Musiker sind sehr treu dabei und auch für besondere Dienste wie Auftritte beim Gottesdienst im Grünen oder auf dem Weihnachtsmarkt zur Stelle“, sagt Ströbel. Mit Probeabenden und Auftritten kommen die Bläserinnen und Bläser auf rund 120 Termine im Jahr.

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