Cyberattacke auf den Bundestag Mehr Gegenwehr

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Der erfolgreiche und desaströse Hacker-Angriff auf den Bundestag belegt: Deutschland muss deutlich mehr für seine Computer-Sicherheit tun, kommentiert Rainer Pörtner.

Die Computer-Systeme im Deutschen Bundestag haben einer Attacke aus dem Netz nicht standhalten können Foto: dpa
Die Computer-Systeme im Deutschen Bundestag haben einer Attacke aus dem Netz nicht standhalten können Foto: dpa

Stuttgart - Aus den USA kommen bereits seit einigen Jahren verstörende Meldungen, dass Hacker in staatliche Computersysteme eindringen und dann ihr Unwesen treiben. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass bei einem Cyberangriff sensible Informationen über etwa vier Millionen frühere und aktuell tätige Beamte der US-Regierung ausgeforscht wurden. Viele Indizien deuten darauf hin, dass hinter diesen Attacken fremde staatliche Akteure stecken. Immer wieder werden in diesem Zusammenhang China und Russland genannt, aber auch die Amerikaner sind als Angreifer unterwegs.

Nun ist der Deutsche Bundestag Ziel einer Cyberattacke geworden. Seit Wochen fließen Daten in unbekannte Richtung ab, und ein Ende ist nicht absehbar. Dieser Fall ist sehr ernst zu nehmen: Alle kompetenten Stellen, auch der Verfassungsschutz, müssen in die Abwehr- und Reparaturmaßnahmen einbezogen werden. Auf dem G-7-Gipfel hat US-Präsident Barack Obama erklärt, dass sich in seinem Land ältere Computersysteme als „erhebliche Schwachstelle“ herausgestellt hätten und dass er den Kampf gegen Hacker deutlich verschärfen werde. Diese Schlussfolgerung gilt es auch in Deutschland zu ziehen, es geht um eine Frage der nationalen Sicherheit. Die Antwort auf diese Frage, das ist sicher, wird sehr teuer werden.