Die Sanierung des Daches der Aidlinger Buchhaldenhalle steht nicht zur Debatte. „Marode Stellen an allen Ecken und Enden, es steht Wasser auf dem Dach“, führte der beauftragte Planer vom Büro Kuhn Decker aus Sindelfingen aus. Ein Baubeschluss mit Ausschreibung der Maßnahme kam im Gemeinderat am vergangenen Donnerstag dennoch nicht zustande. Nach einer eindreiviertelstündigen Diskussion wurde das Thema auf die nächste Sitzung am 27. November vertagt.
Knackpunkt war vor allem die Dachbegrünung und die Frage, ob durch sie mögliche spätere Reparaturen erschwert und teurer werden. Aber nicht nur das: Reduzieren sich durch einen Verzicht einer Begrünung die Gesamtbaukosten von fast 1,9 Millionen Euro abzüglich eines möglichen Förderanteils von maximal 391 000 Euro? „Wir werden das Thema prüfen und die Kosten ermitteln“, versprach die Aidlinger Bürgermeisterin Helena Österle.
Schreibt die Landesbauordnung eine Dachbegrünung vor – oder nicht?
Einigermaßen konsterniert war Ulrich Dürr. „Die Diskussion hätten wir im Januar führen müssen“, so der Leiter des Ortsbauamtes, „es geht heute nur um den Baubeschluss.“ „Der Förderungsbescheid ist daran geknüpft, dass wir Ende 2026 abgeschlossen haben“, ergänzte Kämmerin Michelle Lang. Matthias Harr von den Freien verwies dagegen darauf, den Haushalt im Blick zu haben. Nicht zu klärender Knackpunkt in der Sitzung war unter anderem, ob die Landesbauordnung eine Dachbegrünung in diesem Fall anders als bei Neubauten überhaupt vorschreibt. CDU-Gemeinderat Malte Schaub brachte außerdem den Vorschlag eines Pultdaches ins Spiel.
Sein Fraktionskollege Thomas Rott hielt auch den Preis von fast 200 000 Euro für die neue Photovoltaikanlage für zu hoch. „Ich bin überzeugt von der PV-Anlage, aber nicht von den Baukosten. Ich halte es für total überteuert“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende. Auf die größte Kritik stieß bei ihm ein Schaltschrank für allein 50 000 Euro. Zudem bemängelte Rott die zweite Dachsanierung innerhalb von nicht einmal 50 Jahren. Die jetzigen Schäden beruhten seiner Ansicht nach auch auf Arbeiten, die bei einer Sanierung vor 20 Jahren nicht ordnungsgemäß ausgeführt worden seien. „Das ist nicht nur mangelnde Wartung“, erklärte Thomas Rott.
Es folgt die fünfte Runde der Beratung Ende November
„Wir müssen einfach mal was tun und nicht alles hinterfragen“, warf Malte Schaub in die Debatte. Obwohl gerade er selbst dann auch die vorgeschlagene Sanierung der Dachschräge für ebenfalls fast 200 000 Euro ebenso wie Michael Kelz von Bündnis 90/Die Grünen infrage stellte. „Wenn wir die Außenansicht ändern, brauchen wir einen Bauantrag“, warnte der Ortsbauamtsleiter Ulrich Dürr vor weiteren Verzögerungen. „Die günstige Variante wird genommen“, meinte von der gegenüberliegenden Seite des Ratstisches Grünen-Fraktionsvorsitzende Elke Anders.
Man wurde sich nicht einig. Ein gordischer Knoten, der in der Aidlinger Gemeinderatssitzung vom vergangenen Donnerstag dann auch nach fast zwei Stunden nicht mehr zu durchschlagen war. Ende November folgt dann der fünfte Anlauf nach je zwei Gemeinderäten und technischen Ausschüssen. Schüler und andere Sporttreibende warten also weiter auf eine trockene Sportstätte.