Dachschaden in der Alten Schule Rohracker Dachsanierung reißt Loch in Vereinsetat

Von Mathias Kuhn 

Der Schaden im Dach der Alten Schule wurde behoben, doch jetzt klafft ein Loch im Etat des Fördervereins für das Bürgerhaus. Die Sanierung des Gebälks hat 29 000 Euro gekostet. Eine Belastung für den Verein.

Seit 1995 betreibt der Förderverein  die  „Alte Schule“ als selbstverwaltetes  und eigen finanziertes Bürgerhaus. Foto: Mathias Kuhn
Seit 1995 betreibt der Förderverein die „Alte Schule“ als selbstverwaltetes und eigen finanziertes Bürgerhaus. Foto: Mathias Kuhn

Rohracker - Großer Schreck für die Vorstände des Fördervereins Alte Schule Rohracker. Vor einem Jahr meldete der Mieter der Dachgeschosswohnung nasse Stellen an der Wand. Experten erkannten die Ursache der Wasserflecken schnell. „Die Dachsanierung vor mehr als 20 Jahren wurde aus heutiger Sicht nicht optimal durchgeführt“, sagt Gerhard Schlecht, der Vorsitzende des Fördervereins Alte Schule Rohracker. Über Jahre war an einer Stelle Regenwasser eingesickert und in den Dachstuhl eingedrungen. Das Ausmaß des Dachschadens traf die Vereinsverantwortlichen hart. Balken waren durchgefault, mussten ersetzt oder erneuert werden. Gleichzeitig musste das Dach neu isoliert werden. Der Förderverein ist Eigentümer des denkmalgeschützten Gebäudes. Das 1901 erbaute Backsteingebäude diente bis 1972 als Schule. Seit 1974 ist das Erdgeschoss Heimat des Jugendzentrums. Ende der Achtzigerjahre wollte die Stadt die Immobilie verkaufen. Ein Hotelbau war im Gespräch. Die Bürger liefen Sturm. Um „ihr“ Schulhaus zu retten, gründeten sie 1992 den Förderverein und erwarben 1995 auf Erbpachtbasis das Gebäude von der Stadt. Sie erklärten sich damit bereit, das Schulhaus als Bürgerhaus selbst zu verwalten, ein Programm zu organisieren und die Kosten alleine zu stemmen. „Damit sind wir das einzige Bürgerhaus in Stuttgart, das sich selbst verwalten und auch selbst finanzieren muss“, betont Schlecht. Zu den laufenden Kosten kommen dann auch die Auslagen für Reparaturen und Modernisierungen.

Viel Eigenleistung der Vereinsmitglieder

Die Liste der Maßnahmen der vergangenen zwei Jahrzehnte ist lang. 1997 wurde erstmals das Dach neu gedeckt, eine Solaranlage eingebaut und die Dachgeschosswohnung modernisiert. Später mussten die Heizungsanlage und die Sanitärräume erneuert werden und vor sieben Jahren wurde das Gebäudeinnere – auch mit vielen Stunden Eigenleistung durch die Vereinsmitglieder – renoviert und der Brandschutz verbessert. Die Schuldenlast, die der Verein durch diese Arbeiten eingegangen ist, versucht der Verein kontinuierlich, in kleinen Schritten abzutragen. „Wir sind auf einem guten und soliden Weg“, sagt Schlecht. Der neuerliche Dachschaden wirft den Verein allerdings etwas zurück. „Der Schaden wurde Mitte des Jahres behoben, die Kosten in Höhe von 29 000 Euro reißen allerdings ein neues Loch in unsere Kasse“, sagt Schlecht. Sie sind eine große Belastung für den kleinen Verein.

Der Förderverein hat regelmäßige Einnahmen durch die Vermietung der Wohnungen und der Räume des Jugendhauses. Privatpersonen können zudem die Schulungsräume und den Partykeller für Veranstaltungen und Feste mieten. Durch die Teilnahme am Weihnachtsmarkt, durch Veranstaltungen wie das Sonntagscafé, das Feierabendmovie heute Abend und dem Kursprogramm erwirtschaften die rührigen Vereinsmitglieder zusätzliche, aber kleinere Erlöse. Dem stehen laufende Kosten für den Betrieb des Gebäudes gegenüber. „Es ist mühsam, am Jahresende einen Überschuss zu erzielen“, sagt Schlecht. Umso mehr freute er sich über den Zuschuss des Bezirksbeirates. Aus dem ihnen zur Verfügung stehenden Etat schießen die Lokalpolitiker „als Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit für den Stadtbezirk“ 10 000 Euro für die Dachsanierung zu. Mittelfristig müsse der Verein allerdings an die Stadt herantreten und wie die anderen Bürgerhäuser einen jährlichen Beitrag für die laufende Arbeit beantragen, sagt Schlecht.

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