Die Süddeutsche Gemeinschaft Dagersheim/Darmsheim plant einen Anbau neben der Grundschule. Um das Gelände besser zu erschließen, ist bereits eine Mauer im Ehninger Weg eingerissen worden.
Es ist kaum zu übersehen: in der Mauer im Ehninger Weg, die das Grundstück der Süddeutschen Gemeinschaft Dagersheim/Darmsheim neben der Kita Ehninger Weg von der Straße trennt, klafft eine Lücke. Der christliche Verein im Böblinger Teilort Dagersheim will wachsen und plant deshalb einen Anbau.
Und nicht nur das: ihr Gelände soll in Zukunft vom Ehninger Weg befahrbar sein. Aktuell ist der Zugang nur über die Rampe bei der Grundschule möglich – für viele keine optimale Lösung. „Der Zugang über den Ehninger Weg würde die Rampe entlasten“, sagt Simone Otto von der Süddeutschen Gemeinschaft. „Wir wollen uns öffnen.“ Viele Dagersheimerinnen und Dagersheimer hätten das Gebäude noch nie gesehen. Das wolle man ändern.
Gemeinde will wachsen
Simone Otto, die für die Fraktion Dagersheim Transparent im Ortschaftsrat sitzt, ist die Enkelin des Mannes, der den Gläubigen vor Jahrzehnten das Grundstück gespendet hatte. Ihr Mann Thomas ist im Arbeitskreis Bauen des Vereins. Beide sind mit zahlreichen ehrenamtlichen Aufgaben betraut. Rund 100 Leute kämen wöchentlich zu den Gottesdiensten, sagt das Ehepaar. Die Zahl derer, die freie Angebote wie den Mini-Treff für Babys und Kleinkinder oder das Frauenfrühstück Sister Act nutzten, übersteige diese Zahl noch.
„Der Masterplan ist ein großer Anbau“, sagt Simone Otto. Die Baugenehmigung sei bereits erteilt worden. Vorerst aber will die Gemeinschaft kleinere Brötchen backen. „Am wichtigsten ist uns das Foyer“, fügt Thomas Otto hinzu. Das liege unter anderem daran, dass das mehrstöckige Haus, das neben dem Gottesdienst auch diverse Gruppen beherbergt, keinen Bereich zum Ankommen biete. „Man drückt sich hier durch die Pforte durch und hat dann quasi nur diesen einen Quadratmeter, um sich nach dem Ankommen zu sortieren“, sagt Thomas Otto. Gerade mit Kinderwagen oder Rollator sei das schwierig. Und dann stehe man schon mitten im Gottesdienst.
Mehr Platz zum Ankommen
So könnte der Neubau aussehen, sollten alle Bauabschnitte realisiert werden. Foto: Lieb Architekten BDA
Der Vergleich insbesondere zu Kirchen in den USA habe gezeigt, dass es auch anders gehe. Der Foyer-Neubau soll Technikraum und Toiletten im Untergeschoss bekommen. Auch ein Aufzug ist geplant. Im Erdgeschoss ist ein ebenerdiger Empfangsraum vorgesehen, in dem die Garderobe, aber auch möglicherweise eine Art Bistro Platz finden sollen.
Hohe Spendenbereitschaft
Simone Otto legt auf eine Küche großen Wert. „Wenn wir heute Events wie unser Frauenfrühstück machen, müssen wir alles in einer Küche vorbereiten, die kleiner ist als das, was die meisten von uns zu Hause haben“, sagt sie. Das Foyer soll sich auch öffnen lassen, um zu hohen Festen mehr Menschen aufnehmen zu können. Im Obergeschoss könnten Gruppenräume entstehen.
2,3 Millionen Euro soll allein das Foyer als erster Bauabschnitt kosten – finanziert aus Spenden. „Wir haben eine Weihnachtsaktion veranstaltet, mit der wir 49 000 Euro erreichen wollten“, erzählt Simone Otto. Die Gemeinde habe sich überwältigend spendabel gezeigt – und das Ziel mit 88 000 Euro weit übererfüllt. „Das war unfassbar ermutigend für uns alle“, sagt Simone Otto. Derzeit stehe der Spendenzähler bei knapp einer Million Euro.
Baustart noch nicht sicher
Zurück zum Thema Zufahrt. Wenn das Foyer als Ankunftsort für die Gläubigen steht, soll es auch von der Aidlinger Straße aus zu sehen sein. Grund genug, um die jetzige Rückseite des Gebäudes zur Front zu machen. Dazu passt, dass der Architekt entdeckt habe, dass der Grund zum Ehninger Weg hin nivelliert werden könne, um eine Auffahrt von dort zu ermöglichen. „Die Öffnung ist ein historischer Gewinn für uns“, sagt Simone Otto.
Das alles soll in einem ersten Bauabschnitt verwirklicht werden. Allerdings soll die Vollversammlung noch mitreden können, ob sie das Projekt aktuell angehen möchte. „Die Preise sind brutal gestiegen“, sagt Thomas Otto. „Zudem sind die Auflagen immens.“ Dazu ist Anfang März ein Treffen der Süddeutschen Gemeinschaft geplant.
Zukunftsmusik für die nächste Generation
Ohnehin schon in die Zukunft verschoben habe man einen zweiten Bauabschnitt, in dem ein neuer Saal für bis zu 300 Menschen entstehen könnte. „Wir haben da schon an die nächste Generation gedacht“, sagt Thomas Otto. In dem Anbau könnte man beispielsweise Events austragen, die aktuell ausgelagert werden müssen – zum Beispiel die Kinderferienwoche. Die müsse in der Rappenbaumhalle stattfinden.
Die Süddeutsche Gemeinschaft hofft darauf – sollten die Finanzen es erlauben – dass der Rohbau des Foyers noch in diesem Jahr wetterfest gemacht werden kann. Dann könnte das Foyer, abhängig von den Spenden, im Laufe des Jahres 2026 fertig werden.
Die Süddeutsche Gemeinschaft
Die Gemeinde Die Süddeutsche Gemeinschaft Dagersheim/Darmsheim gehört als Ortsgemeinde zum Süddeutschen Gemeinschaftsverband. Dieser ist ein Zusammenschluss eigenständiger Gemeinschaften innerhalb der evangelischen Landeskirche.
Finanzierung Die Gemeinde finanziert sich und ihre Arbeit eigenen Angaben zufolge ausschließlich durch freiwillige Spenden. Kirchensteuern kämen ihnen nicht zugute. Alle Arbeiten werden von Ehrenamtlichen übernommen. Nur der Pastor wird bezahlt.
Spenden Der Bau des Foyers und der neuen Zufahrt werden ebenfalls aus Spenden finanziert. Wer sich beteiligen will, findet die Daten des Spendenkontos im Internet unter https://sv-dagersheim.de .