Daimler als Opfer Bandenmäßiger Teile-Klau bei Daimler

Von Wolf-Dieter Obst 

Aus einer Lagerhalle des Automobilherstellers Daimler sind Großmengen an teuren Elektronikteilen verschwunden. Jetzt hat die Polizei dem Treiben ein Ende bereitet.

Die eigene Firma als Selbstbedienungsladen missbraucht: Jetzt klickten die Handschellen (Symbolbild). Foto: dpa/Boris Roessler
Die eigene Firma als Selbstbedienungsladen missbraucht: Jetzt klickten die Handschellen (Symbolbild). Foto: dpa/Boris Roessler

Sindelfingen - Ziemlich dreist ist der Automobilbauer Daimler in Sindelfingen bestohlen worden: Auf 800 000 Euro schätzt die Kriminalpolizei den Wert der Elektronikteile, die seit Beginn dieses Jahres aus einer Lagerhalle verschwunden sind. Am Freitag hat die Polizei bekannt gegeben, dass nun eine 13-köpfige Tätergruppierung ausgehoben wurde. 150 Beamte waren tags zuvor an einer Großrazzia gegen die Beschuldigten beteiligt.

Offenbar haben die Täter geglaubt, dass ein Schwund von Fahrzeugteilen aus einer Lagerhalle des Unternehmens in Sindelfingen nicht auffallen würde – und letztlich auch nicht nachweisbar sei. Anders dürfte die Menge an Bauteilen nicht zu erklären sein, die abgezweigt und aus dem Werksgelände geschafft wurden. „Natürlich wird so etwas bemerkt“, sagt Polizeisprecher Peter Widenhorn. Es gab mehrere Anzeigen bei der Polizei, die Anfang des Jahres ihre Ermittlungen aufnahm. Beutezüge dieser Art sind nicht neu.

Vier Verdächtige landen hinter Gittern

Bei verdeckten Ermittlungen konnten die Akteure nach und nach identifiziert werden. Sechs mutmaßliche Diebe im Alter von 29 bis 60 Jahren wurden in Subunternehmen ausfindig gemacht. Sie sollen die Beute aus dem Werk geschafft haben. Sechs weitere Verdächtige, ebenfalls aus Subunternehmen, sollen die Teile als Hehler an- und weiterverkauft haben. Ein weiterer Beschuldigter soll Daimler-Mitarbeiter sein. Die Durchsuchungsaktionen liefen an 17 Orten ab – zumeist die Wohnungen der Beschuldigten im Raum Böblingen, Ludwigsburg, Esslingen und Stuttgart.

Immerhin konnte die Polizei noch Autoelektronikteile im Wert von 200 000 Euro sicherstellen. Als Köpfe der Gruppierung gelten fünf Männer im Alter zwischen 31 und 44 Jahren – gegen sie hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehle beantragt. Vier von ihnen mussten hinter Gitter – drei Diebe und ein Hehler. Die Polizei stellte drei Autos und 20 000 Euro Bargeld sicher.




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