Daimler-Bilanz Stuttgarter Autobauer zahlt Rekordprämie für Mitarbeiter

Von Imelda Flaig 

Der Stuttgarter Autobauer Daimler belohnt seine Mitarbeiter für ein herausragendes Geschäftsjahr mit einer Rekordprämie. Rund 130 000 Tarifmitarbeiter profitieren von der höchsten Ergebnisbeteiligung der Firmengeschichte.

Blick in die Fertigung in Sindelfingen – hier beim Bau einer S-Klasse. In der Bildergalerie sehen Sie die meist verkauften Mercedes-Modelle des vergangenen Jahres in Deutschland – die Plätze 1 bis 10. Foto: dpa 11 Bilder
Blick in die Fertigung in Sindelfingen – hier beim Bau einer S-Klasse. In der Bildergalerie sehen Sie die meist verkauften Mercedes-Modelle des vergangenen Jahres in Deutschland – die Plätze 1 bis 10. Foto: dpa

Stuttgart - Bei Daimler kann sich nicht nur das Management über bessere Zahlen freuen, auch die Daimler-Mitarbeiter, denn für sie fällt der Bonus so hoch aus wie noch nie. Rund 130 000 anspruchsberechtigte Tarifmitarbeiter in Deutschland bekommen eine Rekordprämie von bis zu 5700 Euro mit dem April-Entgelt ausgezahlt. Im vergangenen Jahr hatten die Tarifmitarbeiter in Deutschland bis zu 5400 Euro erhalten – 2016 gab es dagegen noch 5650 Euro.

Betriebsratschef: Kollegen sind der Schlüssel zum Unternehmenserfolg

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben maßgeblich dazu beigetragen, 2017 zum bisher erfolgreichsten Jahr der über 130-jährigen Firmengeschichte von Daimler zu machen“, sagte Wilfried Porth, Vorstand für Personal und Arbeitsdirektor & Mercedes-Benz Vans der Daimler AG. Die Ergebnisbeteiligung zeige, dass man die Beschäftigten adäquat am Erfolg des Unternehmens beteilige. Von mehr als zwei Millionen produzierten Fahrzeugen bei Mercedes-Benz Cars, einem Absatzrekord bei Mercedes-Benz Vans über innovative Transportlösungen bei Mercedes-Benz Lkw bis hin zu langfristigen Zukunftsbildern für die deutschen Standorte habe man viel erreicht, so Porth weiter. Michael Brecht, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Daimler, sagte, „die Belegschaft hat im vergangenen Jahr unglaublich viel geleistet. Die Kolleginnen und Kollegen sind der Schlüssel zum Unternehmenserfolg.“ Mit der Ergebnisbeteiligung in Rekordhöhe würden die Beschäftigten angemessen beteiligt.

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Die Höhe der Erfolgsbeteiligung orientiert sich am Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie an der Umsatzrendite. Weil der operative Gewinn 2017 höher ausgefallen ist als im Jahr zuvor, steigt auch die Prämie. Der operative Gewinn liegt mit 14,7 Milliarden Euro für das Jahr 2017 über dem operativen Gewinn von 12,9 Milliarden Euro 2016. Bei Daimler gibt es seit 1997 eine Ergebnisbeteiligung für die Tarifbeschäftigten. Die Berechnung der Ergebnisbeteiligung bei Daimler ist in einer gemeinsam mit dem Betriebsrat beschlossenen Gesamtbetriebsvereinbarung geregelt.

Porsche war zuletzt beim Bonus Spitzenreiter

Auch andere Unternehmen legen in Sachen Prämie möglicherweise eine Schippe drauf, haben ihren Bonus aber noch nicht bekannt gegeben, weil sie erst später ihre Bilanzen vorlegen. Porsche beispielsweise war vergangenes Jahr einsame Spitze und überwies den Mitarbeitern als Sonderzahlung bis zu 9111 Euro – eine magische Zahl, denn 911 steht bei Porsche für den Mythos der Marke – der Porsche 911. Bei Audi gab es im Schnitt 3510 Euro und damit weniger als im Jahr zuvor, bei VW gab es 2905 Euro Bonus (nach 3950 Euro). Bei BMW war die Prämie wegen des Jubiläumsjahrs 2016 – der bayrische Autobauer feierte 100. Geburtstag – hoch ausgefallen. Ein Facharbeiter erhielt im Schnitt 8095,50 Euro, dazu gab es einen Zuschuss von 900 Euro für die Altersvorsorge, in Summe also fast 9000 Euro (nach 8375 Euro im Jahr zuvor).

Bei ZF soll Erfolgsbeteiligung auch höher ausfallen

Bei Zulieferern fallen die Prämien üblicherweise deutlich geringer aus als bei den Autoherstellern. Bosch zahlte seinen Tarifmitarbeitern zuletzt 43,2 Prozent eines Monatsentgelts. Für einen typischen Produktionsmitarbeiter im Zweischichtbetrieb lag die Prämie damit bei etwa 1940 Euro. ZF hatte rund 1100 Euro Erfolgsbeteiligung gezahlt. Wie hoch sie heuer ausfällt, wird erst im März bekannt gegeben. ZF-Betriebsratsvorsitzender Achim Dietrich hatte allerdings kürzlich schon angekündigt, dass die Erfolgsbeteiligung höher als im vergangenen Jahr ausfallen werde.