Danaya (10) bei The Voice Kids Erst lacht das Publikum – dann können die Coaches ihre Stimmgewalt kaum fassen

Danaya hatte die Augen bei ihrem Auftritt geschlossen – umso größer die Überraschung, als sie diese wieder aufmachte. Foto: Joyn/Richard Hübner

Die zehnjährige Danaya aus Korb tritt bei The Voice Kids an – gleich ihr erster Auftritt sorgt für einen Gänsehautmoment. Wir konnten vor der Ausstrahlung mit ihr sprechen.

Rems-Murr: Phillip Weingand (wei)

Wenn am Samstagabend die neue Staffel der Musikshow The Voice Kids auf Sat. 1 beginnt, werden in Korb im Remstal vermutlich viele gebannt vor den Bildschirmen sitzen. Denn unter den Kandidaten ist auch die zehnjährige Danaya, Viertklässlerin auf der örtlichen Gemeinschaftsschule. Bereits jetzt sorgt im Netz ein Video von ihr für Furore, das der Streaminganbieter Joyn bereits vor Ausstrahlung der sogenannten Blind Audition veröffentlicht hat.

 

Danaya brennt für die Musik, so viel ist klar. „Ich singe eigentlich immer, sogar bei Tests in der Schule“, erzählt sie und grinst. Auch der Rest ihrer Familie ist musikalisch: „Meine Mama, mein Papa und meine Schwester singen auch, mein Bruder rappt.“ Und damit nicht genug: Klavier und Gitarre spielt Danaya auch, Geige bringt sie sich selbst bei – wir übrigens auch das Singen.

Danaya aus Korb singt „Hallelujah“ von Leonard Cohen bei The Voice Kids

Welcher Coach dreht sich um? Darum geht es bei den Blind Auditions. Foto: Joyn / Richar Hübner

Denn richtigen Gesangsunterricht hatte sie nie. „Ich übe meistens mit Karaoke oder suche im Internet, wie ich manche Lieder am besten singen kann.“ Sie ist Mitglied des Schulchors – und singt auch in der Kirche, in die sie mit ihrer Familie geht. Dass sie nun an der Fernsehshow teilnimmt, ist ihrer Schwester zu verdanken, die sie dafür angemeldet hat.

Auf den roten Stühlen der Coaches sitzen in dieser Staffel Latin-Pop-Star Álvaro Soler, Dance-Pop-Sängerin Leony, Pop-Duo Heiko & Roman sowie Singer-Songwriter Michael Patrick Kelly. Soler bringt Erfahrung in der internationalen Popmusikwelt mit, Leony steht für aktuellen Chart-Sound, Heiko & Roman für eingängige Popsongs und eine hohe Social-Media-Reichweite und Kelly für langjährige Bühnenerfahrung und musikalische Vielseitigkeit.

Vor ihrem Auftritt war Danaya extrem aufgeregt. „Ich war kurz davor zu heulen, meine Schwester musste mich beruhigen“, erzählt sie. Doch dann erleben die Zuschauer einen echten Gänsehautmoment. Sichtlich nervös und etwas verloren steht die Zehnjährige am Anfang ihres Auftritts auf der Bühne, in einem grauen Kleid und mit einem etwas Micky-Maus-artigen Haarreif. Aus Nervosität schließt sie die Augen – manche im Publikum können sich ein Lachen nicht verkneifen, als sie nervös das Startsignal gibt.

Doch Danaya konzentriert sich. Sie nimmt all ihren Mut zusammen – dann setzt eine Gitarre mit Tremolo-Effekt ein, und die Korberin beginnt ihre Version von Leonard Cohens Welthit „Hallelujah“. Nur vier Sekunden nachdem Danaya zu singen begonnen hat, ist zu sehen, dass Sängerin Leony den Buzzer drückt – und sie bleibt nicht allein. Die Jury ist sichtlich von den Socken.

Wer allein den Ton des Auftritts hört, kann wohl kaum glauben, dass da eine erst Zehnjährige auf der Bühne steht: Ihre Stimme hat echtes Timbre, Kraft in den tiefen und hohen Passagen – „ein krasses Vibrato“, konstatieren Heiko und Roman. Am Ende stehen sämtliche Coaches auf und wollen Danaya in ihrem Team. Nur: Für welchen Coach sie sich entschieden hat, will die Schülerin noch nicht verraten.

Danayas Vorbilder sind Whitney Houston und Mariah Carey

Die Coaches spielen bei The Voice Kids eine Schlüsselrolle. Sie sind Mentoren, Talentscouts – und manchmal auch Strategen. In den Blind Auditions entscheiden sie allein nach der Stimme, später begleiten sie ihre Kandidaten mit Training, Bühnenroutine und persönlichem Feedback.

Das Ziel ist nicht nur der Sieg, sondern die Entwicklung der jungen Teilnehmer in Sachen Selbstvertrauen, Technik und Bühnenpräsenz. Auch Danaya sagt: „Am wichtigsten ist mir an der Teilnahme, Spaß zu haben, egal wie weit ich komme.“ Sie sei auch dankbar für die Gelegenheit: „Nicht jedes Kind bekommt die Chance, auf so einer großen Bühne zu stehen.“

Für ihre Zukunft hat die Grundschülerin mit bulgarischen Wurzeln einen Traum: „Ich will Sängerin werden“, sagt sie und blickt verträumt nach oben. Ihre großen Vorbilder? „Whitney Houston, Mariah Carey und Michael Jackson.“ Das sind hochgesteckte Ziele – aber Danaya arbeitet zielstrebig darauf hin. Sogar eigene Lieder geschrieben hat sie bereits. „Die kennen aber bislang nur meine Familie“, sagt sie. Aber das wird sich bestimmt eines Tages ändern.

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