Dance Festival in Rechberghausen Haarspray und Lampenfieber

Von Sabine Riker 

30 Gruppen mit 300 Tänzerinnen und Tänzern sind beim diesjährigen Tanzwettbewerbin Rechberghausen dabei. In den Kategorien Kindertanz, Modern Dance und Hip Hop reißen sie das Publikum im Haug-Erkinger-Festsaal mit.

Die Sweet Angels aus Göppingen setzen auf Regenschirme und Caprihosen. Foto: Horst Rudel
Die Sweet Angels aus Göppingen setzen auf Regenschirme und Caprihosen. Foto: Horst Rudel

Rechberghausen - Für Smilla steht die Sache fest. „Egal auf welchen Platz wir kommen, wir sind die Besten“, sagt sie und setzt ein breites Grinsen auf. Die Elfjährige gehört zu der Tanzgruppe Bubble Kidz der Göppinger Tanzschule Schwehr und ist noch völlig aus dem Häuschen von ihrem Auftritt beim Dance Festival im Haug-Erkinger-Festsaal in Rechberghausen. Hip Hop ist ihr Ding. Fürs Ballett sei sie viel zu hippelig, erklärt sie.

30 Gruppen mit insgesamt 300 Tänzerinnen und Tänzern im Alter von vier bis 50 Jahren treten an diesem Samstagabend auf, jeweils zehn in den Kategorien Kindertanz, Modern Dance oder Hip Hop. Der Saal ist brechend voll, und das Publikum zieht von Anfang an begeistert mit. Eröffnet wird der Wettbewerb von den Blau-Weisse-Rutschern der örtlichen Narrenzunft Furchenrutscher. Mit Rutschen hat die flotte Darbietung der Gardetänzerinnen, die in der Kategorie Kindertanz starten, aber nichts zu tun. Entsprechend belohnt die Jury sie mit einem ersten Platz.

Mischung aus allen Tanzstilen

Da die einzelnen Kategorien nicht voneinander getrennt sind, ist bis 21 Uhr eine abwechslungsreiche Mischung der verschiedenen Tanzstile geboten. Auf die schwarz gekleideten Dancedevils, die sich erneut im Modern Dance auf den ersten Platz tanzen, folgen die prächtig gekleidete Rechberghäuser Schlossgarde oder die farbenfrohen Sweet Angels aus Göppingen. Wie Elfen sehen die Rainbow Kids in ihren zarten Kleidchen aus.

Auffallend ist die Vorliebe der meisten Gruppen für wummernde Bässe, die richtig reinknallen. Auch die Formation Create, die im vergangenen Jahr auf dem zweiten Platz landete, gehört dazu. Mit ihren Dockers treten die sieben Tänzerinnen rhythmisch auf den Boden ein und lassen sich von den Zuschauern für ihren temperamentvollen Auftritt feiern. Die jungen Frauen sind 15 bis 26 Jahre alt und kommen aus Göppingen und Tübingen. Das Dance Festival sehen sie als Generalprobe für die Deutsche Meisterschaft in Hannover an. „Wer es dort schafft, qualifiziert sich für die Weltmeisterschaft in Amerika“, sagt die 26 Jahre alte Eda. Am Ende sichert sich Create in Rechberghausen einen dritten Platz in der Kategorie Hip Hop. Der erste Platz geht an die Gruppe Flawless.

Nicht nur die Schritte müssen sitzen

Während auf der Bühne eine Formation nach der anderen zeigt, was in ihr steckt, riecht es im benachbarten katholischen Gemeindehaus Sankt Michael nach Haarspray und Lampenfieber. In den Räumen dort werden die Tänzerinnen auf ihren großen Auftritt vorbereitet. Haare werden frisiert und mit Spray fixiert. Eine Mutter hantiert mit Lippenstift, schließlich sollen nicht nur die Schritte sitzen, sondern auch das Make up. Mit gleich vier Gruppen ist Afina Feodossiadi nach Rechberghausen gekommen. Die 23-jährige Tanzpädagogin der Göppinger Ballettschule Spieth findet solche Wettbewerbe gut. „Dass sie mitmachen dürfen, motiviert die Tänzer. Außerdem sehen sie dann auch, was die anderen machen“, sagt sie. Auch sie selbst nehme immer neue Anregungen mit.

Ihren Auftritt bereits hinter sich hat die Formation Rhythm Attack des Tanzclubs Nussloch. Jetzt schauen die Tänzerinnen gebannt auf ihre Smartphones, um sich Videos von ihrer Darbietung anzusehen. Sie wirken zufrieden. Eine der Tänzerinnen verlässt auf Krücken den Raum. Sie habe eine Entzündung und müsse sich schonen, erzählt sie. Mitgetanzt hat sie trotzdem – ohne Krücken, versteht sich.




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