Daniel Didavi und Sven Schipplock im Stuttgarter Olgahospital VfB-Spieler wollen mit ihren Geschichten Mut machen

VfB-Spieler im Gespräch Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
VfB-Spieler im Gespräch Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die VfB-Spieler Daniel Didavi und Sven Schipplock haben kranke Kinder im Olgahospital besucht, um von ihrem Umgang mit Schicksalsschlägen zu erzählen.

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Stuttgart - In einem Zimmer der Psychosomatik im Olgahospital des Klinikums Stuttgart sitzen rund 20 Kinder und Jugendliche auf einem roten Sofa. Sie erzählen von chronischen Schmerzen, endlos wirkenden Klinikaufenthalten und Krankheiten mit komplizierten Namen. Sie erzählen von den „Riesen“, die sie bekämpfen. Die VfB-Profis Sven Schipplock und Daniel Didavi hören zu und erzählen, wie sie ihre persönlichen „Riesen“, also Schicksalsschläge, Krisen oder Verletzungen, überwinden konnten.

Mutmachen mit erfolgreichen überwundenen Krisen

Die beiden Fußballer sind auf Mutmach-tour des Projekts „Wie man Riesen bekämpft“, das vor einem Jahr von Fußball-Mentalitätscoach David Kadel ins Leben gerufen wurde. Im gleichnamigen Buch schreiben 35 Prominente wie zum Beispiel Samuel Koch oder David Alaba vom Kampf gegen ihre „Riesen“. Auf der Mutmachtour kommen die Profisportler in 40 Kinderkrebsstationen und Jugendpsychiatrien in ganz Deutschland. Mit dem Erzählen der Geschichten von erfolgreich überwundenen Krisen wollen sie den Kindern Mut machen: „Die Botschaft unserer Besuche ist: ‚Uns ist nicht egal wie es euch geht!‘ Wir wollen zeigen, dass auch Profis gegen ‚Riesen‘ kämpfen mussten und sie besiegen konnten“, erzählt Kadel. „Viele Kinder ‚zerbrechen‘ regelrecht an ihrer Diagnose und werden trotz guter Heilungschancen nicht gesund.“

Herausforderungen zu meistern

Auch VfB-Spieler Daniel Didavi hatte in seinem Leben einige Herausforderungen zu meistern, wie er im Gespräch mit den Patienten erzählt. Wegen einer Knieverletzung musste er oft operiert werden, war monatelang in Reha. Die Prognose der Ärzte: Fußball spielen? Für Divadi ab jetzt vorbei. „Da ist eine Welt für mich zusammengebrochen. Ich wusste gar nicht, was ich ohne Fußball machen soll“, so der 31-Jährige. Sein Glauben und seine Familie habe ihm geholfen, mit der Situation zurechtzukommen. Im Genesungsprozess sei ihm klar geworden, was im Leben wirklich wichtig sei: Familie, Freunde, ein Dach über dem Kopf zu haben. Die Verletzung habe seinen Fokus verändert, weg von den großen Problemen, hin zu den kleinen, schönen Momenten. Mittlerweile betrachte er die Verletzung als eine positive Chance. „Dankbar zu sein ist eine gute Methode beim Bekämpfen von ‚Riesen‘“, erklärt David Kadel: Sich auch auf die eigentlich selbstverständlichen, aber guten Dinge zu konzentrieren, lachen zu können – das sei sehr wichtig, um nicht in negativen Gedanken zu versinken.

Humor und Lebensfreude haben die Patientinnen und Patienten: Denn trotz der emotionalen, teils von Tränen begleiteten Geschichten, die sie erzählen, dringt auch immer wieder lautes Gelächter auf den Gang.




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