Daniel Mangel ist Pfarrer an der Klinik in Ruit Schwerstkranke mit Zuversicht begleiten
Um schwerstkranke Menschen kümmert sich Daniel Mangel, der neue Seelsorger im Krankenhaus Ruit. Im Team mit Ärzten und Pflegepersonal möchte er Kranke begleiten.
Um schwerstkranke Menschen kümmert sich Daniel Mangel, der neue Seelsorger im Krankenhaus Ruit. Im Team mit Ärzten und Pflegepersonal möchte er Kranke begleiten.
Mit dem Tod ist Daniel Mangel in seiner Arbeit oft konfrontiert. Menschen, die sich auf der Palliativstation des Krankenhauses in Ruit auf das Sterben vorbereiten, betreut der Seelsorger. Ihm gehe es darum, Hoffnung zu geben „und Brücken zu bauen“, sagt der 37-jährige Theologe. Er wird am Sonntag, 15. September, um 15 Uhr in der Auferstehungskirche in Ruit in sein neues Amt eingesetzt.
Zurzeit macht der Krankenhaus-Seelsorger einen Monat lang ein Praktikum in der Pflege. „Da bin ich nah an den Menschen dran, mache sie auch frisch“, sagt der Pfarrer. In der Zusammenarbeit mit den Pflegerinnen und Pflegern lerne er Demut, „denn sie leisten im täglichen Pflegealltag Großes.“ Nicht nur für die Patientinnen und Patienten will der evangelische Seelsorger da sein. Gerade den Mitarbeitenden will er zuhören.
Schon während seiner Zeit am Esslinger Georgi-Gymnasium reifte in Daniel Mangel der Wunsch, Theologie zu studieren. Dazu habe ihn der damalige Pfarrer von Hegensberg-Liebersbronn, Friedrich Zimmermann, inspiriert. Da ihn Sprachen schon immer fasziniert haben, fiel es ihm leicht, Altgriechisch und Hebräisch zu lernen. Im Vikariat merkte Daniel Mangel dann, dass ihm die Seelsorge besonders am Herzen liegt. Deshalb ist die Arbeit als Pfarrer im Krankenhaus für ihn ideal: „Ich möchte mich um die Seele der Menschen im Ruiter Krankenhaus kümmern.“ Mit seiner katholischen Kollegin Susanne Herzog teilt er sich die Aufgaben, die an der Medius-Klinik anfallen.
Menschen zu begleiten, „die mit extremen Lebenssituationen konfrontiert sind“, das liegt dem besonnenen Theologen. Der Vater zweier Kinder strahlt ein positives Lebensgefühl aus, er lacht viel. Damit macht er den Menschen Mut, die sich mit ihrer Krankheit abfinden müssen. „Dem Tod mit Zuversicht begegnen“, das möchte der Seelsorger den schwerstkranken Menschen ermöglichen. Er selbst habe diese Hoffnung immer wieder in Gott gefunden, sagt Mangel.
Dabei hilft ihm die biblische Geschichte der Jünger, die auf dem Weg nach Emmaus waren. Der auferstandene Jesus gesellte sich zu ihnen, doch sie haben ihn nicht erkannt. Zuversicht und Hoffnung im Glauben zu finden, das ist eine der Lehren, die Mangel daraus zieht. Er möchte den Menschen Brücken bauen, dass sie gerade in der Zeit von Krankheit und Verzweiflung Vertrauen in Gott finden. Dass Jesus in der Not immer an ihrer Seite war, begriffen die Jünger erst später.
Seine Frau Stefanie hat Daniel Mangel im Theologiestudium in Tübingen kennengelernt. Der Pfarrer und die Gymnasiallehrerin geben ihre Begeisterung für den Sport an die beiden Kinder weiter. In den Gemeinden Zainingen und Feldstetten, die der junge Pfarrer bisher betreute, fühlte sich die Familie wohl. Jetzt sind sie wieder nach Esslingen gezogen. „Der Abschied von den Menschen war sehr herzlich“, sagt Mangel, der das Pfarramt in der Gemeinde wohl vermissen wird. Zwar ist seine Stelle dem Dienst im Krankenhaus zugeordnet. Aber der Seelsorger möchte engen Kontakt zur Gemeinde in Ruit halten. Seinen ersten Gottesdienst in der Kapelle der Klinik hält er am 6. Oktober um 10.30 Uhr. Er ist für alle Ruiter offen und wird per Video auch in die Krankenzimmer übertragen.