Darja Varfolomeev bei RSG-EM Olympiasiegerin trifft erstmals seit Langem wieder auf russische Rivalinnen

Darja Varfolomeev vom TSV Schmiden will bei der EM wieder deutlich besser abschneiden als zuletzt beim World Challenge Cup in Portimao. Foto: IMAGO/Schreyer

Darja Varfolomeev vom TSV Schmiden führt das deutsche Team bei den Europameisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik in Varna an – und hat viel vor.

Für die deutschen Gymnastinnen sind die Europameisterschaften in Varna eine wichtige Standortbestimmung vor den Weltmeisterschaften im August in Frankfurt am Main. Angeführt wird die deutsche Delegation in Bulgarien von der Olympiasiegerin und elffachen Weltmeisterin Darja Varfolomeev vom TSV Schmiden, die 2025 bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres Zweite wurde. Am Start sind auch ihre Vereinsgefährtinnen Viktoria Steinfeld und Lada Pusch sowie die Nationalgruppe.

 

Bei der EM-Generalprobe beim World Challenge Cup in Portimão Mitte Mai hatte Darja Varfolomeev ungewohnt viele Fehler gemacht und war zum ersten Mal seit vier Jahren bei einem großen internationalen Wettkampf ohne eine Medaille geblieben, nachdem sie zuvor beim Weltcup in Baku noch geglänzt hatte. Auch die Europameisterschaften zählten in den vergangenen Jahren nicht zu den erfolgreichsten Wettkämpfen der 19-Jährigen. 2025 in der estnischen Hauptstadt Tallinn war sie im Mehrkampf Dritte geworden und hatte, wie schon 2023 und 2024, Gold mit dem Band gewonnen.

Darja Varfolomeev will bei der EM in Varna Duftmarken für Heim-WM setzen

Diesmal kommt den Europameisterschaften aber eine besondere Bedeutung zu. Zum einen will Darja Varfolomeev vor der Heim-WM deutliche Duftmarken setzen. Zum anderen sind nach einer Entscheidung des Weltverbands World Gymnastics in der Metropole am Schwarzen Meer erstmals wieder Gymnastinnen unter russischer Flagge am Start. Und Maria Borisova, die beim Weltcup in Tashkent im April den Mehrkampf vor Darja Varfolomeev gewonnen hatte, gehört zu den starken Konkurrentinnen der deutschen Gymnastin.

Eine Wettbewerberin aus dem eigenen Lager fehlt indes. Anastasia Simakova vom TSV Schmiden, die vor einem Jahr in Tallinn Silber mit dem Ball geholt hatte, konnte wegen anhaltender Rückenproblemen schon die Qualifikation nicht mitmachen.

Anastasia Simakova muss wegen Rückenproblemen passen. Foto: IMAGO/Beautiful Sports

Los geht es bereits an diesem Mittwoch mit den kontinentalen Titelkämpfen der Juniorinnen, für die der Deutsche Turner-Bund Alessia Koch (TSV Schmiden), Melissa Diete (TSG Neu-Isenburg) und Olivia Minnie Misterek (TSV Bayer Leverkusen) nominiert hat. Die Wettkämpfe der Meisterklasse starten dann tags darauf am Donnerstag, die der Gruppen am Samstag.

Die deutsche Gruppe, die am Stützpunkt in Schmiden trainiert, scheint für die Titelkämpfe gerüstet. Beim World Challenge Cup in Portugal hatten Alisa Datsenko, Anna-Maria Shatokhin (beide TSV Schmiden), Anja Kosan (SC Siemensstadt), Alina Ott (TSV Nürnberg 1846), Helena Ripken (VfL Zehlendorf) und Emilia Wickert (TSG Söflingen) sportliche Ausrufezeichen gesetzt. Das Sextett, das von Camilla Pfeffer trainiert wird, hatte Gold im Finale mit drei Reifen und zwei Paar Keulen sowie Silber im Mehrkampf und im Gerätfinale mit fünf Bällen geholt. In der südportugiesischen Hafenstadt hatten einige der Top-Gruppen gefehlt, in Varna sind alle dabei. „Wir freuen uns darauf, uns mit der starken europäischen Konkurrenz zu messen, auch um zu sehen, woran wir vor den Weltmeisterschaften noch arbeiten müssen“, sagt die Teamchefin Isabell Sawade.

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