Darmkrebs früh erkennen: Professor Dr. Arthur Schmidt vom Robert Bosch Krankenhaus (RBK) Stuttgart erklärt, warum Vorsorge so wichtig ist und wie die Darmspiegelung Leben retten kann.
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen und lässt sich durch rechtzeitige Vorsorge oft verhindern. Professor Dr. Arthur Schmidt, Chefarzt der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie am Robert Bosch Krankenhaus (RBK) in Stuttgart, betont die Bedeutung moderner Prävention.
Früh erkannt, besser behandelt
„Darmkrebs entsteht meist aus gutartigen Polypen, die über Jahre wachsen“, erklärt Professor Schmidt. Eine Koloskopie kann diese entfernen, bevor sie bösartig werden. Im Frühstadium sind Heilungschancen über 90 Prozent gegeben, später erkannt, sinken diese deutlich.
Vorsorge-Optionen: Was ist das Beste?
Die Darmspiegelung (Koloskopie) mittels eines Computertomographen (CT) ist die effektivste Methode: Diagnose und Behandlung in einem. „Diese Untersuchung unter Sedierung ist vollständig schmerzfrei“, erklärt Professor Schmidt. Der zweijährliche fäkale Immunchemische Test (Stuhltest, FIT) ist eine Alternative zur Endoskopie; wenn dieser positiv ist, muss auch eine Koloskopie durchgeführt werden.
Die Kolonographie mittels eines Computertomographen (CT) wird in der Regel nur bei speziellen Konstellationen durchgeführt. Während der Untersuchung können Polypen nicht entfernt werden und die Untersuchung belastet die Patienten mit Strahlung.
Darmgesundheit: Mehr als Vorsorge
„Der Darm und das Mikrobiom sind zentral für die Gesundheit“, erklärt Professor Schmidt. Neben Darmkrebs gibt es zum Beispiel auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, die durch die Koloskopie diagnostiziert und regelmäßig kontrolliert werden müssen. Auch die Ernährung spielt eine Rolle: Ballaststoffe, weitestgehender Verzicht auf rotes Fleisch und Bewegung unterstützen die Darmgesundheit.
Darmkrebsvorsorge rettet Leben
Professor Dr. Arthur Schmidt empfiehlt die Vorsorge-Koloskopien ab 50 Jahren, bei familiärer Belastung schon deutlich früher. Risikogruppen sollten individuell engmaschiger untersucht werden. „Ein Termin zur Vorsorge ist nicht nur ein Schritt für die Gesundheit“, sagt Professor Schmidt, „sondern auch ein Zeichen der Selbstverantwortung. Je früher Veränderungen erkannt werden, desto besser sind die Heilungschancen.“
Info: Näheres zur Darmkrebsvorsorge ist auf der Webseite des Robert Bosch Krankenhaus Stuttgart nachzulesen.




