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Das erste Album von Sloe Paul Keiner singt sexier

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Der Stuttgarter Musiker Sloe Paul bringt am Freitag sein erstes Album heraus. Es ist eine fluffige Sommerplatte geworden mit Musik zum Liebe machen und herrlichstem Akzent.

Das Cover vom Sloe-Paul-Album, das diesen Freitag bei Treibender Teppich erschienen ist. Foto: Label
Das Cover vom Sloe-Paul-Album, das diesen Freitag bei Treibender Teppich erschienen ist. Foto: Label

Stuttgart - The Streets, so klingt das. Und zwar gleich im ersten Track von „Paul Abbrecht’s Album“, der ersten und einzigen deutschen Veröffentlichung des Jahres 2018, bei dem der Apostroph halbwegs zu rechtfertigen ist. Der Sänger, dessen Sprechgesang in „Hung“ an Mike Skinner erinnert, gibt mit dem Albumtitel gleich auch seinen bürgerlichen Namen preis. Man darf ihn aber auch Sloe Paul nennen.

Sloe Paul hat mit Tristan Rêverb vor einiger Zeit ein Album eingespielt, das den Sound der „Homeland“-Titelmelodie perfekt trifft. Er macht sonst gemeinsam mit dem Nerven-Bassisten Julian Knoth Musik, die Combos heißen Peter Muffin und Yum Yum Club. Wer jetzt immer noch nicht ausgestiegen ist, der weiß, dass aus dieser Szene seit Jahren verlässlich gute Popmusik kommt. So jetzt auch bei Sloe Paul.

Im Love Hotel

Keiner singt sexier, keiner hat ein charmanteres Deuxford-Englisch drauf. Keiner traut sich mehr Langsamtanzbeat, außer vielleicht Yung Hurn mit seiner Love Hotel Band. Die Tracks, gern aus Elektroschlagzeug und Achtziger-Synthies gebaut, bouncen fluffig, dazu kommt der schon lobend erwähnte Gesang zwischen Distinktion und Kinderzimmer-Ennui. Dort wurde das Album großteils eingespielt, passt also. Den Sound hat Max Rieger, ebenfalls Die Nerven, gemixt.

Sloe Paul schließt mit diesem äußerst gelungenen Erstling an das Werk von JFR Moon an, das wir vergangenes Jahr als Sommerplatte des Jahres gelobt haben. „Paul Abbrecht’s Album“ ist soundmäßig ähnlich verwaschen, dabei aber noch ein Stückchen experimenteller, elektronischer. Musik zum Liebe machen statt fürs Freibad. Das macht den diesen Freitag bei Treibender Teppich (wo sonst?) erschienenen Longplayer zum perfekten Nachfolger für Menschen, die am liebsten weltläufige Popmusik aus Stuttgart hören. Live am Samstag irgendwo am Norbahnhof, Kenner wissen wo.

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