InterviewDas Fernseh-Kochpaar Martina und Moritz „Ich explodiere leicht“

Von Jessica Sabasch 
Kann es sein, dass das Kochen eine gute Übung für das Zusammenleben ist? Man meistert etwas im Kleinen und gewinnt dadurch Zuversicht?
Martina M. Bewusst habe ich das auf diese Weise noch nie gesehen. Natürlich ist es schön, in der Küche vom Urzustand her, von einem vollen Korb mit Gemüse, in wenigen sorgfältigen Schritten zu einem Ergebnis zu kommen, das wiederum Aufmerksamkeit fordert, aber auch Lust bereitet.
Bernd N.-D. Viele Leute haben ja gar keine kulinarische Fantasie. Die geht uns beiden wirklich nicht ab. Wir sehen was, und sofort wissen wir etwas damit anzustellen. Bei uns gibt es auch nie dasselbe ein zweites Mal.
Was haben Sie voneinander gelernt, in der Küche und im Leben?
Bernd N.-D. Meine Frau hat auf jeden Fall mehr Geduld als früher.
Martina M. (lacht) Weil du so ruhig und ausgeglichen bist.
Bernd N.-D. Aber ja. Ich bin schon geduldiger als du.
Martina M. Ich explodiere leicht, wenn etwas nicht schnell genug geht.
Bernd N.-D. Aber da ist sie mit mir nachsichtiger als mit Fremden. Was hab ich von dir gelernt? Hab ich was von dir gelernt?
Martina M. Italienisch.
Bernd N.-D. Hab ich mich sehr geändert?
Martina M. Nö. Ich find das eigentlich viel schöner, wenn man den anderen so lässt, wie er ist. Und ihn nicht andauernd verändern will. Wenn man von Anfang an irgendetwas hat, was einem am anderen auf den Keks geht, etwas, das man nicht ertragen kann, dann sollte man die Finger von ihm lassen, finde ich.
Bernd N.-D. Das Problem haben wir zum Glück nicht. Und ändern wollten wir uns nie. Nun haben wir ja auch viele gleiche Interessen. Keiner von uns muss sich in irgendwelchen sportlichen Aktivitäten bestätigen.
Martina M. Und wir sind uns selbst genug, wir haben noch nie das Bedürfnis gehabt, unsere Ferien im Verein mit anderen Leuten zu verbringen. Wir sind froh, wenn wir mal alleine sind miteinander. Manchmal beobachte ich in Restaurants so ein bisschen die Leute an den berühmten Zweiertischen. Oft sitzen sie sich gegenüber, gucken beflissen auf ihre Teller, die immer leerer werden. Und währenddessen fällt kein Wort. Wie kann man das aushalten?
Bernd N.-D. Wir versuchen zwar, den Mund zu leeren, bevor wir reden, aber eigentlich reden wir auch beim Essen immer.
Würden Sie sich als gute Freunde bezeichnen?
Bernd N.-D. Ja. Aber es packt uns auch das Verliebtsein, die Liebe.
Martina M. Wir lachen immer über das Strohfeuer, das man uns damals prophezeit hat. Alle haben gesagt: „Lasst die Finger voneinander.“ Und jetzt lachen wir darüber, dass das Strohfeuer immer noch brennt.