Ottmar Pfitzenmaier im Interview „Kommunale Baugesellschaft ist zu aufwendig“

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken
Ebenfalls keine Mehrheit konnten Sie mit Ihrem Vorschlag erzielen, den FKK-Bereich des Leobades in Bauland umzuwidmen.
Die Stadt könnte hier Grundstücke für bis zu zehn Reihenhäuser an junge Leonberger Familien oder Paare abgeben und dabei zum Beispiel statt 600 Euro pro Quadratmeter lediglich 350 Euro verlangen. Dies würde den Interessenten im Jahr rund 2500 Euro Darlehensrate ersparen. Vereinbarungen zum Lärmschutz lassen sich vertraglich treffen. Übrigens hätte sich ­dadurch auch noch ein nennenswerter ­Beitrag zur Sanierung des Bades ergeben.
Der neue OB hat eine stadteigene Baugesellschaft ins Gespräch gebracht.
Das wäre viel zu aufwendig und brächte Personalkosten mit sich. Auch eine solche Gesellschaft müsste die Bauleistungen formell ausschreiben. Ab­gesehen davon würde diese wiederum subventioniertes Bauland benötigen.
Ihre Alternative?
Es gibt genügend geeignete seriöse Partner mit umfangreicher Erfahrung. Voraussetzung ist aber immer, dass die Stadt ­eigene Grundstücke unter dem aktuellen Marktpreis verkauft.
Wie erklären Sie sich den Widerstand gegen Ihre Vorschläge?
Bewusst unpräzise Formulierungen, die CDU spricht von der „Bebauung des Stadtparks“, die Freien Wähler vom „Verkauf der Liegewiese im Leobad“, sorgen für eine grundsätzliche Ablehnung, die nicht mehr begründet wird.
Die Freien Wähler behaupten, rund 800 Wohneinheiten seien in Leonberg im Bau oder in Planung.
Das stimmt zwar. Aber darunter sind ausschließlich Wohnungen, die zu aktuell ­hohen Marktpreisen, ja teilweise sogar im Bieterverfahren, verkauft werden. Lediglich auf dem TSG-Areal in der Jahnstraße ist 25 Prozent bezahlbarer Wohnraum vorgesehen. Der Bau des neuen Stadtquartiers auf dem bisherigen Sportgelände ist in den Jahren 2019/2020 vorgesehen.
Was muss Ihrer Meinung nach geschehen?
Preiswerter Wohnraum kann nur mit  stadt­eigenen Grundstücken geschaffen wer­den. Teurer wird es, wenn die Stadt­ ­die Grundstücke erst noch erwerben muss. Hierfür sollten wir im Haushalt rund zwei Millionen Euro einplanen. Die können bei Bedarf auch zur „Unterstützung“ von ­Investoren eingesetzt werden, die damit preiswerteren Wohnraum schaffen wollen.




Unsere Empfehlung für Sie