Kunst und Yoga für Kinder in Stuttgart Der Schulstress muss draußen bleiben

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Das Lehni bietet Kunst- und Yogakurse für Kinder an. Sie können sie unter spielerischer Anleitung von Nora Gastauer und Tanja Lutz nach dem Schulunterricht zu sich selbst kommen.

Zum Entspannen gehört auch der Spaß mit dem Schwungtuch und dem Ball. Foto: Sybille Neth
Zum Entspannen gehört auch der Spaß mit dem Schwungtuch und dem Ball. Foto: Sybille Neth

S-Süd - Die Brücke oder die Blume meistern Kindern mühelos, während die Eltern bei mancher Yogaübung reichlich unelegant aussehen. Die fernöstliche Entspannungsgymnastik wird immer beliebter für Kinder, weil schon die Jüngsten zusehends unter Stress-Symptomen leiden. Die Yogalehrerin Tanja Lutz und die Kunsttherapeutin Nora Gastauer wollen mit ihrem neu eröffneten Lehni an zwei Nachmittagen in der Woche spielerisch Entspannung durch Yogakurse für Kinder zwischen vier und zwölf Jahren anbieten.

Die Kinder müssen wollen

Yvonne Kenserski beispielsweise kommt mit ihren beiden Kindern ins Lehni, weil sie selbst Yoga macht und die positiven Wirkungen schätzt. „Die Kinder können hier runterkommen, schon allein durch die Atemübungen“, sagt sie. Ganz anders die neunjährige Stella, die sportlich ist und schon in der Zirkus AG akrobatische Kunststücke auf dem Einrad und am Vertikalwickeltuch gelernt hat: „Yoga ist auch schön“, findet sie, weiß aber noch nicht, ob sie dabei bleiben wird. „Die Kinder kann man nicht hierher schicken wie in den Musikunterricht. Wenn sie nicht von alleine zum Yoga wollen, dann funktioniert es nicht“, betont Tanja Lutz.

Entspannen am Nachmittag

Das Lehni bietet altersgerechte Kurse an, die mit einer Zehnerkarte buchbar sind oder auch für jeweils einen Monat. „Wir richten uns bei den Zeiten nach den Schließzeiten der Schule“, sagt Tanja Lutz. Sie kann mit einer Klangschale und einer geheimnisvollen Geschichte die unterschiedlichsten Kinderpersönlichkeiten zum aufmerksamen Zuhören bringen. „Kann ich als Letzter drankommen, ich muss noch überlegen“, sagt ein Junge, als er an der Reihe ist, um wie alle anderen auch, einen Wunsch symbolisch in eine kleine Schatulle zu legen, damit er in Erfüllung gehen kann.

Und neben den Yoga-Posen wie Maus, Katze, Brücke oder Baum kommt auf dem hellen Holzboden des Lehni auch das Toben nicht zu kurz – zum Beispiel mit dem Schwungtuch in Regenbogenfarben: „Jetzt schwingen alle hoch und Paula kann unten durch rennen.“ Tanja Lutz führt stets Regie, damit kein Chaos ausbricht.

Schon Einjährige sind willkommen

Dienstag, Mittwoch und Sonntag stehen im Zeichen der Kreativität: Die Regale im freundlichen, mit Pastelltönen gestrichenen Gruppenraum sind gefüllt mit allen Arten von Stiften, Wasserfarben und Pinseln. Die Kunsttherapeutin Nora Gastauer hat schon bei vielen Kinderkunstprojekten gearbeitet, auch längere Zeit in Nepal.

Je nach Alter gestaltet sie die Gruppe. Schon Einjährige sind willkommen und jeden zweiten Sonntag gibt es ab 14 Uhr das offene Atelier. „Es darf auch mal geschmiert werden. Wir stehen hier nicht unter Leistungsdruck wie in der Schule.“ Genau das gefällt Andrea Lein, die mit ihrer Tochter her kommt. „In der Schule ist der Kunstunterricht manchmal sehr restriktiv“, so die Erfahrung der Mutter.

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