Das passiert bei Straßensanierungen Warum müssen mehrere Bäume in Renningen weg?

Die Bäume an der Lehenbühlstraße werden sicher vielen fehlen. Foto: Simon Granville

Sobald eine Straße saniert wird, wie derzeit die Lehenbühlstraße in Renningen, stehen immer Rodungen an. Doch warum eigentlich?

Der Aufschrei ist meist groß, sobald in der Stadt Bäume gefällt werden. Viele entwickeln eine enge Bindung an das wenige Grün zwischen oft farblosen Häuserfassaden und grauem Asphalt, zumal die Bäume ein Zuhause für Vögel und andere Tiere sind. Doch warum werden die Bäume überhaupt gefällt?

 

Aktuell passiert das im Bereich der Lehenbühlstraße in Renningen, wo mehrere Bäume gefällt und Hecken gerodet werden. Das hat unterschiedliche Gründe, erklärt der Stadtbaumeister Hartmut Marx. Hintergrund ist in diesem Fall die Sanierung des Gebiets südlich der Bahnhofstraße. „Der Ansatz lautet immer, so viele Bäume wie möglich zu erhalten“, sagt er. Sobald in einer Straße eine größere Baustelle aufgemacht wird, kommt aber vieles zusammen. Das ist nicht nur in der Lehenbühlstraße so, sondern ist das übliche Prozedere. Zum Beispiel bei der zurückliegenden Sanierung der Hauptstraße.

Einige Bäume waren bereits abgestorben

„Ein Kontrolleur schaut sich die Bäume zunächst an, wie vital sie noch sind.“ Oft kommen Probleme, die schon lange schwelen und die von außen oft nicht sichtbar sind, dann erst ans Tageslicht. „Im Fall der Lehenbühlstraße waren einige Bäume bereits abgängig, also abgestorben“, so Marx. „Dann gibt es Bäume, die zwar noch leben, aber bereits sehr angeschlagen sind, da gibt es dann eine Einschätzung, ob man sie mit einem Rückschnitt oder anderen Maßnahmen überhaupt noch retten könnte oder ob sie unweigerlich auch absterben.“ Diese Bäume werden grundsätzlich entfernt, wie es in der Lehenbühlstraße auch der Fall war. Acht Stück waren hiervon betroffen.

Schlechte Karten haben auch die Bäume, die zwar gesund sind, aber ihr Wurzelwerk an der falschen Stelle haben. Denn wenn diese genau über den Leitungen wachsen, „müssen wir so stark in das Wurzelwerk eingreifen, dass diese Bäume nach den Arbeiten im Grunde keine Überlebenschance mehr haben“. Das betrifft weitere sieben Bäume.

Baumbeete sollen größer werden

In Bezug auf die verbliebenen drei wurde die Entscheidung getroffen, sie dennoch zu fällen. Zum einen soll die Straße, wenn wieder neue Bäume nachgepflanzt werden, ein einheitliches Erscheinungsbild bekommen. „Für die neuen Bäume möchten wir gleichzeitig ein bestmögliches Umfeld schaffen, damit diese dann lange überleben.“ Gerade bei älteren Beständen seien die Baumbeete oft sehr klein, die künftigen sollen deutlich größer werden.

Welche Bäume später gepflanzt werden, ist noch offen, sagt der Stadtbaumeister. Klar ist nur, dass sie ersetzt werden. Dabei werde darauf geachtet, welche Pflanzen mit dem Klimawandel gut zurechtkommen. „Natürlich dauert es fünf bis zehn Jahre, bis die wieder eine entsprechende Größe haben“, bedauert er und zeigt Verständnis für die Anwohner. Im Fall der Lehenbühlstraße gibt es immerhin ein gar nicht so kleines Trostpflaster: Da die Verbindung zur Wagner-Straße zurückgebaut wird, entsteht hier Platz für eine größere Grünfläche mit sogar zusätzlichen Bäumen. Damit wird die Straße in einigen Jahren, wenn die Bäume etwas größer sind, grüner sein als vorher.

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