Das Rezept der Woche Kochen im Homeoffice: Das Lieblingsessen der Kindheit

Von Michael Weier 

Unsere Köche machen Pause, wir schwingen deshalb am heimischen Herd den Kochlöffel. Heute das Lieblingsessen der Kindheit: Topfenknödel. Allerdings nicht wie damals mit Zwetschen in der Mitte, sondern saisonal mit Rhabarber-Kompott.

Topfenknödel mit Rhabarber-Erdbeer-Kompott: Passt perfekt in die Saison. Foto: Weier 15 Bilder
Topfenknödel mit Rhabarber-Erdbeer-Kompott: Passt perfekt in die Saison. Foto: Weier

Stuttgart - Wenn die Zeiten wie im Moment etwas weniger gut sind, kramt der Mensch gerne in Erinnerungen. Kranke Kinder zum Beispiel greifen zu Büchern, die sie früher mal vorgelesen bekommen haben. Bobo Siebenschläfer kommt dann plötzlich wieder aus dem Regal. In Zeiten wie diesen schaut der Erwachsene dann eher mal einen seiner alten Lieblingsfilme. Oder er kocht sich das absolute Lieblings­essen seiner Kindheit! In meinem Fall wären das eigentlich die Zwetschgenknödel meiner Mutter. In einem Haushalt mit zwei Brüdern aufgewachsen, war es ein Fest, wenn es Zwetschgenknödel gab, wir haben sie um die Wette verdrückt, der Rekord stand bei zwölf Stück!

Ich musste das Rezept ein bisschen abwandeln, da wir ja Wert auf saisonale Gerichte legen. Zu einem Rhabarberkompottpassen Topfenknödel einfach besser, die sind fluffiger und frischer. Meine Mutter hat die Knödel mit 300 Gramm Mehl und 250 Gramm Quark gemacht, falls Sie dies interessiert. Und ich pfeife auf Corona, wenn es wieder Zwetschgen gibt, werde ich genau diese Variante mit den Früchten im Knödel ausprobieren.

Die Zutaten für vier Personen

500 g Topfen oder Quark

2 große Eier

1 Päckchen Vanillezucker

1 Biozitrone

50 g Butter

50 g Zucker

200 g Toastbrot ohne Rinde

Für die Brösel:

100 g Semmelbrösel

70 g Butter

2 EL Zucker

Für das Kompott:

250 g Erdbeeren

(gerne auch gefroren)

500 g Rhabarber

100 g Zucker

Die Zubereitung

Den Quark mit einem Tuch kräftig auspressen, bis er ziemlich fest ist. Die sehr weiche Butter mit Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen, die Eier dazugeben und weiter schlagen, von der Biozitrone den Abrieb hinzufügen. Das entrindete Toastbrot in kleine Würfel schneiden und im Mixer fein zerkleinern und unterrühren. Die Rinde dann auch zerkleinern und als Basis für die Semmelbrösel verwenden, so muss man nichts wegwerfen. Den Quark unter die Masse rühren und diese für eine Stunde im Kühlschrank kalt stellen.

Die Erdbeeren mit etwas Wasser und dem Zucker in einem Topf erhitzen, dann pürieren. Rhabarber schälen und in zwei Zentimeter lange Stücke schneiden und im Erdbeerpüree kurz weichkochen.

Den Teig mit zwei heißen Löffeln zu kleinen Bällen formen, in kochendes Salzwasser geben und 15 Minuten ziehen lassen. Die Löffel immer wieder ins heiße Wasser tauchen. Die Semmelbrösel in der Butter braten, bis sie schön braun sind und dann zwei Esslöffel Zucker dazugeben. Die fertigen Knödel dann in den Bröseln wenden und mit dem noch warmen Kompott anrichten.

Der Kochtipp

Hobbykoch
Michael Weier mischt in den Teig gerne noch ein bisschen mehr Mehl, dadurch werden die Knödel zwar fester, zerfallen aber beim Kochen nicht, was wiederum Tobsuchtsanfälle bei ihm auslöst.

Der Weintipp

Für das Homecooking
entdeckte der Hobbykoch in seinem Keller eine Riesling-Auslese aus dem Jahr 2006 vom Weingut Aldinger (damals 12,26 Euro, der Bäpper war noch drauf). Aber den gibt’s natürlich nicht mehr, als Alternative dürfen Sie dann einfach nach einem Süßwein Ihrer Wahl greifen.

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