Vor 80 Jahren wurde die Stuttgarter Zeitung gegründet. Seitdem gab es viele Geschichten und Nachrichten. Was hätten diese Leser ohne die StZ nie erfahren?
Die Stuttgarter Zeitung feiert einen großen runden Geburtstag – am 18. September 1945, 133 Tage nach Kriegsende, erschien die erste Ausgabe. Seitdem recherchieren die Journalistinnen und Journalisten, Redakteurinnen und Redakteure Tag für Tag und schreiben darüber, was sich in Stuttgart, der Region, Baden-Württemberg, Deutschland und in der Welt in Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport tut. Dabei finden auch immer wieder ungewöhnliche und berührende Geschichten den Weg in die Zeitung.
Auf der Jubiläumsfeier am Mittwochabend im Wizemann in Stuttgart haben wir unter den 550 Gästen nachgefragt, was sie ohne die Stuttgarter Zeitung nie erfahren hätten ...
Andreas Küchle (57), Marketing-Chef:
„Da gab es einen Artikel über einen Brandanschlag in Berlin. Linksradikale sollen für den Anschlag verantwortlich sein. In der Folge waren mehrere tausend Wohnungen für Stunden ohne Strom. In der Tagesschau am Abend zuvor hatte ich davon nichts gesehen. Das hat mich wirklich gewundert. Vielleicht haben andere Medien auch berichtet – aber ohne die Stuttgarter Zeitung hätte ich das nicht erfahren.“
Claudia Striffler (53), tätig in der Kommunikationsbranche:
„Immer wieder veröffentlicht die Zeitung auch ältere Artikel. Diese historischen Texte gefallen mir besonders gut. Ich erinnere mich an einen Beitrag von 2014, kurz nach Beginn des Kriegs in der Ukraine, der noch einmal gedruckt wurde. Dieser Blick in die Vergangenheit war für mich sensationell.“
Lothar Kuhn (72), Goldschmied:
„Ich lese besonders gern die Kolumnen von Jan Sellner. Er greift immer wieder neue Themen auf. Manche Texte bringen mich zum Schmunzeln, andere regen zum Nachdenken an. Besonders schön finde ich, dass er auch die schwäbische Mundart einfließen lässt. Das ist spitze.“
Wieland Storek (80), Rentner:
„Seit 45 Jahren lese ich die Stuttgarter Zeitung. So erfahre ich von großen Ereignissen in der Welt. Nach der letzten Bundestagswahl habe ich morgens als erstes die Zeitung aufgeschlagen. Die Ergebnisse unterschieden sich deutlich von den vorläufigen Zahlen, die ich am Abend zuvor im Fernsehen gesehen hatte. Vor allem der Zugewinn der AfD hat mich überrascht.
Aber ich lese auch gerne die lokalen Berichte. Zum Beispiel über das Leo-Center in Leonberg, das nach dem Auszug von Karstadt wieder neue Mieter bekommen hat. Solche Nachrichten aus meiner Heimat freuen mich besonders.“
Jutta-Beate Schmidt (81), freie Journalistin:
„Ich bin seit über 50 Jahren treue Leserin. Bevor ich die Artikel lese, schaue ich immer zuerst in die Traueranzeigen. Dort habe ich erfahren, dass eine frühere Freundin, mit der ich viele Jahre Bridge gespielt habe, verstorben ist. Sie war zuletzt in einem Heim bei Frankfurt. Ohne diese Anzeige hätte ich nichts von ihrem Tod gewusst.“
Cornelia Foerster (69), Rentnerin:
„Gut erinnere ich mich an die Berichte über das Rote-Kreuz-Krankenhaus in Bad Cannstatt, das in eine forensische Klinik umgewandelt werden sollte. Diese Pläne lehne ich ab, und es war wichtig, dass die Zeitung darüber geschrieben hat. Gewünscht hätte ich mir aber auch, dass die Bürger im Viertel stärker einbezogen werden.
Auch die Beiträge über die Sperrung der Rosensteinbrücke habe ich mit großem Interesse verfolgt. Sie war lange für den Autoverkehr gesperrt und wurde erst 2024 wieder eröffnet. Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir in Bad Cannstatt benachteiligt werden.“