Dating-Apps in der Pandemie Warum Geimpfte bei Tinder und Co. bessere Chancen haben

Die Coronapandemie hat auch Auswirkungen auf das Dating-Verhalten. Foto: imago/Hans Lucas

Fragt man bei den einschlägigen Dating-Apps nach, wird klar: Bei der Auswahl der potenziellen Dating-Partner spielt das Thema Impfung eine wichtige Rolle.

Digital Desk: Katrin Maier-Sohn (kms)

Stuttgart - Die Corona-Pandemie ist für viele Singles eine besonders harte Zeit. Online-Dating-Plattformen bieten da oft die einzige Möglichkeit, um neue Bekanntschaften zu machen, denn Treffen in Klubs oder im Fitnessstudio fallen weg. Doch mit welchen Usern von Dating-Apps soll man sich in Pandemiezeiten treffen?

 

Bei der Auswahl der Dating-Partner scheint das Thema Impfung eine wichtige Rolle zu spielen. Laut einem Report der Dating-App „Tinder“ von 2020 gab fast ein Drittel der deutschen Singles an, dass es erst einen Impfstoff geben muss, bevor sie sich mit einer persönlichen Verabredung wohl fühlen. So wurde seit Beginn der Pandemie auf Tinder der Begriff „Impfstoff“ acht Mal häufiger und der Begriff „Antikörper“ 20 Mal häufiger von Nutzern in ihren sogenannten Bios verwendet, um ihre positiven Antikörper-Testergebnisse und Impfstoffbestätigungen zu posten. Der Begriff „geimpft“ sei im Zeitraum von Februar bis Mai 2021 gar um das zehnfache gestiegen, teilte das Unternehmen auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Geimpfte bekommen mehr Matches

Die Kontaktbörse „OkCupid“ hat im letzten Jahr Fragen passend zum Thema Dating während der Pandemie auf ihren Seiten hinzugefügt. Diese wurden laut einer Sprecherin bereits mehr als 30 Millionen Mal beantwortet. Zum Beispiel gebe es die Frage, ob sich der Nutzer impfen lassen will oder ob man ein Date mit jemandem absagen würden, der nicht geimpft ist. Demnach sagen 85 Prozent der OkCupid-Dater in Deutschland, dass sie sich impfen lassen wollen. 40 Prozent würden ein Date sogar absagen, wenn das Match sich nicht impfen lassen möchte. Nach Angaben der Sprecherin bekommen Geimpfte bei OkCupid 15 Prozent mehr Likes und haben 14 Prozent mehr Matches.

Ganz neu bei OkCupid Deutschland ist ein „Ich bin geimpft“-Abzeichen, mit dem die Dater in ihrem Profil angeben können, dass sie geimpft sind, und ein sogenannter „Geimpft“-Stack, auf dem geimpfte Nutzern zusammenfinden können.

Profilsticker sollen Impfkampagne vorantreiben

Die Dating-App „Lovoo“ wartet mit solchen extra Angeboten für Geimpfte noch ab. „Aktuell haben noch nicht alle Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit, ein Vakzin zu erhalten. Die Impfpriorisierung ist ja erst seit wenigen Wochen aufgehoben. Deshalb sehen wir derzeit noch davon ab, eine Angabe zur Covid-19-Impfung zum Profilstandard zu machen“, teilt uns das Unternehmen mit.

Ganz aktuell sind hingegen die Pläne der Dating-App „Bumble“. Als Unterstützung der Impfkampagne der Bundesregierung will die App Funktionen einführen, die Menschen dazu ermutigen sollen, sich diesen Sommer impfen zu lassen. Ein „Ich bin geimpft“-Profilsticker soll hierfür in den kommenden Wochen in der App verfügbar sein. Nutzer sollen zudem ihre Covid-19-Präferenzen teilen können. So sollen Singles mitteilen können, wie sie sich beim Dating am wohlsten fühlen: draußen oder drinnen, Erwartungen in Bezug auf Masken und Social Distancing. „Wir wissen, dass Singles mit Beginn des Sommers wieder die Kontrolle über ihr Dating-Leben gewinnen wollen. Für zwei Drittel der Menschen auf Bumble ist die Covid-Konversation jetzt ganz aktuell, daher ist es wichtig, es ihnen leichter zu machen sich bei einem Date wohl und sicher zu fühlen“, sagt die Bumble-Vizepräsidentin Naomi Walkland.

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