Stuttgarter Kickers David Udogu – der Mann, der immer spielt
David Udogu ist vor der Partie gegen Walldorf der Dauerspieler bei den Stuttgarter Kickers. Warum ist er bei Trainer Marco Wildersinn gesetzt? Was zeichnet den Rechtsverteidiger aus?
David Udogu ist vor der Partie gegen Walldorf der Dauerspieler bei den Stuttgarter Kickers. Warum ist er bei Trainer Marco Wildersinn gesetzt? Was zeichnet den Rechtsverteidiger aus?
Wenn ein Fußballer in 15 Regionalligaspielen 15 Mal in der Anfangsformation steht, dabei in 14 Partien von der ersten bis zur letzten Minute am Ball ist und nur ein einziges Mal 20 Minuten vor Schluss ausgewechselt wird, dann hat das schon eine Aussagekraft. Diese eindrucksvolle Zwischenbilanz von David Udogu von den Stuttgarter Kickers vor dem Heimspiel gegen den FC-Astoria Walldorf (Samstag, 14 Uhr/Gazi-Stadion) sagt eigentlich schon alles über seinen Stellenwert bei den Blauen. „Ich bin einfach dankbar, dass ich jede Woche auf dem Platz stehen darf. Ich denke, das ist das Ergebnis harter Arbeit. Ich versuche, in jedem Training alles zu geben – das zahlt sich aus“, sagt der 22-Jährige zu seiner bisherigen Zeit beim Regionalligisten.
Mit seiner körperlichen Robustheit und seiner Dynamik passt er optimal in das von Marco Wildersinn favorisierte Profil auf der Außenverteidigerposition. „Im modernen Fußball ist es einfach wichtig, gut zu verteidigen, in den Zweikämpfen präsent zu sein und gleichzeitig – speziell auf den Flügeln – mit Tempo durchzubrechen. Dafür ist David prädestiniert“, lobt der Kickers-Cheftrainer.
Die Alternative rechts hinten wäre der gelernte Mittelfeldspieler Nico Blank. Der 28-Jährige kommt weniger über die Physis, sondern eher über die fußballerischen Komponenten und schiebt sich über die Halbräume ins Zentrum. Wildersinn ist froh, beide zu haben: „Dass wir da zwei völlig unterschiedliche Spielertypen haben, kann nur von Vorteil sein.“
Permanent zum Einsatz kommt aber nur Udogu, der weiß, dass er natürlich noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung ist. „Ich kann mich in vielen Punkten verbessern. Gerade arbeite ich an meiner Flankenqualität, damit wir über außen noch mehr Gefahr entwickeln“, erklärt der gebürtige Bayer aus Altötting mit Wurzeln in Nigeria.
Auch seine Präzision und die Entscheidungsfindung im letzten Drittel will er weiter verbessern. Wann geht es ins Eins-gegen-Eins? Wann wäre es besser zu kombinieren? Wann wäre eine Flanke die schlüssigere Lösung? Insgesamt ist der Sommer-Neuzugang vom Bayern-Regionalligisten FV Illertissen hervorragend bei den Kickers angekommen. Auf dem Feld und außerhalb. „David ist ein umgänglicher, positiver Typ, eine Frohnatur, die immer ein Lächeln auf den Lippen hat“, beschreibt ihn sein Trainer.
Den Feinschliff seiner fußballerischen Ausbildung hat er beim FC Ingolstadt bekommen. Dorthin war Udogu in der U17 von der SpVgg Greuther Fürth gewechselt. Neben Einsätzen in der Bayernliga-Mannschaft spielte er auch 16 Mal in der dritten Liga für Ingolstadt. Im Januar 2024 wechselte der Rechtsfuß nach Illertissen, um im Team von Coach Holger Bachthaler noch mehr Spielpraxis zu sammeln.
Wo die Unterschiede der beiden Regionalligen liegen? „Die Regionalliga Südwest ist insgesamt hochwertiger. Es gibt viele Traditionsvereine, die für gute Stimmung sorgen. Das spürt man als Spieler sofort – die individuelle Qualität der Mannschaften und Spieler, aber auch die Atmosphäre ist anders“, sagt Udogu.
Jetzt will er mit den Blauen in den restlichen fünf Spielen bis zur Winterpause noch so viele Punkte wie möglich holen. Wie das gelingen soll? „Wir kommen gut bis ins letzte Drittel, aber dort müssen wir noch zielstrebiger werden. Es geht um die kleinen Entscheidungen, wann man spielt, wann man abschließt. Da können wir mutiger und klarer werden“, antwortet Udogu und ergänzt: „Wir wissen, dass da noch Luft nach oben ist – und genau daran arbeiten wir. Wenn uns das besser gelingt, werden automatisch auch mehr Tore fallen.“
Vielleicht auch durch ihn selbst. Denn auf seinen ersten Saisontreffer wartet der Dauerbrenner der Kickers noch.
Ergebnisse
1. Göppinger SV – Kickers (0:2/zweite WFV-Pokal-Runde), SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Stuttgarter Kickers 0:1, Kickers – SV Sandhausen 3:2, VfR Aalen – Kickers (0:2/dritte WFV-Pokal-Runde), Kickers – Eintracht Trier 1:1, 1. FSV Mainz 05 II – Kickers 3:0, Kickers – Kickers Offenbach 1:2, TSV Weilimdorf – Kickers (1:2/WFV-Pokal-Achtelfinale), TSV Steinbach Haiger – Kickers 0:1, Kickers – SC Freiburg II 4:0, KSV Hessen Kassel – Kickers 3:0, FC Bayern Alzenau – Kickers 3:0, Kickers – SGV Freiberg 1:1, FSV Frankfurt – Kickers 3:0, Kickers – Bahlinger SC 3:0, TSG Balingen – Kickers 0:2, Kickers – TSV Schott Mainz 2:1, FC 08 Homburg – Kickers 2:1.
Termine
Kickers – FC-Astoria Walldorf (Samstag, 8. November, 14 Uhr), SG Sonnenhof Großaspach – Kickers (Samstag, 15. November, 14 Uhr), Kickers – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (Samstag, 22. November, 14 Uhr), SV Sandhausen – Kickers (Sonntag, 30. November, 14 Uhr), Eintracht Trier – Kickers (5. bis 7. Dezember), Kickers – 1. FSV Mainz 05 II( 20. bis 22. Februar 2026). (jüf)