Dax auf historischem Hoch Völlig losgelöst von der Weltpolitik

Seit mehr als drei Jahren geht es fast nur aufwärts mit dem Dax. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Der Dax überwindet die historische Hürde von 25 000 Punkten – obwohl mit der Eskalation in Venezuela ein neuer politischer Unsicherheitsfaktor hinzu gekommen ist, wie unser Autor meint.

Politik: Matthias Schiermeyer (ms)

Mit einem Traumstart in 2026 hat der Dax die historische Marke von 25 000 Punkten übersprungen – aus der von vielen vermissten Jahresendrallye wird eine Neujahrsrallye. Dass die Aktienmärkte seit der Eskalation der Venezuela-Krise, die die Welt noch unsicherer macht, zum neuen Höhenflug ansetzen, zeigt einmal mehr die Entkopplung des Börsentreibens von der Geopolitik. Früher hätten solche Angriffe Ölpreissprünge ausgelöst; heute zählt die irre Annahme, dass sich die USA die venezolanischen Rohstoffvorkommen zunutze machen können.

 

An die scheinbare Perversion hat man sich schon gewöhnt

Dass der Leitindex immer neue Rekorde ansteuert, während die deutsche Wirtschaft in Sack und Asche geht – an diese scheinbare Perversion hatte man sich schon gewöhnt. Doch sie hat altbekannte Gründe: Insbesondere machen die Dax-Unternehmen ihre Gewinne vor allem im Ausland, und die Anleger erwarten für die nächsten Jahre immense staatliche Ausgaben sowohl in die Infrastruktur als auch in Rüstung. Zudem löst der digitale Umbau der Wirtschaft in Richtung KI weltweit enorme Investitionen aus.

Last not least ist da Donald Trumps strikt auf die wohlhabenden Amerikaner ausgerichtete Politik, die die US-Märkte mehr befeuert als irritiert. Er wird auch dafür sorgen, dass die Notenbank Fed die Leitzinsen weiter senkt. Zweifelsohne gibt es viele Risiken für Anleger, doch alle warnenden Stimmen verhallen gerade folgenlos. Wachsam zu bleiben empfiehlt sich in jedem Fall.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu DAX Kommentar Donald Trump