Dealer aus Waiblingen vor Gericht Kokainverkauf im Friseursalon

Von hsw 

Ein Friseur und zwei Komplizen sind von Drogenfahndern auf frischer Tat in einem Salon in Waiblingen ertappt und festgenommen worden. Der vermeintliche Kunde, der von ihnen nahezu ein Pfund Kokain kaufen wollte, war in Wirklichkeit ein Zivilfahnder. Nun steht das Trio vor Gericht.

Weißes Pulver mit verheerender Wirkung und exorbitanten Preisen: Kokain Foto: dpa
Weißes Pulver mit verheerender Wirkung und exorbitanten Preisen: Kokain Foto: dpa

Waiblingen - Bei einem Pfund Kokain kann man nicht mehr von einer geringen Menge sprechen. Nahezu diese Menge an hochwertigen Drogen sollen ein Friseur und zwei Komplizen in Waiblingen an einen Mann verkauft haben, der sich nach erfolgtem Deal als verdeckter Ermittler zu erkennen gab. Am 4. Juli klickten im Salon des Friseurs die Handschellen. Vor Gericht gibt sich das Trio jetzt wortkarg. Zur Person wollen die drei Männer zwischen 47 und 22 Jahren aussagen. „Zur Sache noch nicht“, wie fast übereinstimmend die Verteidiger an ihrer Stelle sagten. Immerhin steht bei Geständnissen zu Drogendelikten ein gewisser Strafrabatt sogar im Gesetz.

Die Beweislage ist erdrückend

Der Vorsitzende Richter der 5. Strafkammer des Stuttgarter Landgerichts erklärte zwar zu Beginn der Verhandlung, es habe vorab keine Gespräche zwischen dem Gericht, der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung gegeben. Doch Volker Peterke ließ es sich nicht nehmen laut darüber nachzudenken, was im Fall von Geständnissen an Höchststrafen vom Gericht zu erwarten wäre: viereinhalb Jahre für den Friseur sowie vier Jahre und dreieinhalb Jahre für seine Komplizen. Was der Staatsanwalt in seiner Anklage vorgetragen habe, klinge doch durchaus plausibel, bemerkte der Vorsitzende Richter anschließend noch.

Die Anklage stützt sich auf die Ermittlungsergebnisse des Drogenfahnders und seiner Kollegen, denen der 47-jährige Friseur bereits seit längerem als potenzieller Drogenhändler aufgefallen war. Einer von ihnen spielte den Kunden, der zuerst ein wenig „Schnee“ kaufte, um dann en gros zu bestellen. Am 26. Juni waren es rund 50 Gramm Kokain von hohem Reinheitsgrad, die der Polizist für 2500 Euro „einkaufte“, dann bestellte er ein ganzes Kilo im Wert von 42 000 Euro.

Drogen im Wert von 21 000 Euro „bestellt“

Doch diese Menge konnte das Trio nicht beschaffen. So einigte man sich auf die Hälfte der Menge für 21 000 Euro. Am 4. Juli um 17.50 Uhr kam der Drogenfahnder mit dem Geld in den Salon. Daraufhin holte einer der Komplizen des Friseurs die Drogen aus einem Versteck. Als er zurückkehrte, schnappte die Falle zu. Der Prozess wird am 18. Dezember fortgesetzt.




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