Debatte über die Zukunft Stuttgarts Die Smart City Stuttgart braucht noch eine Vision

Schreier und  Etezadzadeh Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Schreier und Etezadzadeh Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Bei einer Veranstaltung im Dillmann-Gymnasium hat der Ex-OB-Kandidat Marian Schreier über die Stadt der Zukunft diskutiert.

Lokales: Jürgen Brand (and)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - Wie kann Stuttgart zur Smart City werden? Wo steht die Landeshauptstadt auf dem Weg zur smarten Stadt der Zukunft überhaupt? Darüber haben bei einer Veranstaltung im Dillmann-Gymnasium im Stuttgarter Westen der Bürgermeister von Tengen und ehemaligeOB-Kandidat für Stuttgart, Marian Schreier,und die Leiterin des SmartCity.institute, Chirine Etezadzadeh, diskutiert. Einig waren sich die beiden in einem Punkt: Der Landeshauptstadt fehlt ein Zielbild, fehlt eine Vision.

Eine Million Mal heruntergeladen

Die Ludwigsburgerin Chirine Etezadzadeh hat das SmartCity.institute mit Büros in Stuttgart, Ludwigsburg und Köln vor einigen Jahren gegründet und mit dem Buch „Smart City - Made in Germany“ ein nach eigenen Angaben fast schon eine Million Mal aus dem Netz heruntergeladenes Standardwerk zum Thema veröffentlicht. Sie zeichnet ein hochkomplexes und engmaschig vernetztes System einer smarten Stadt, das auf riesigen Datenmengen aus angewandter digitaler Technologie basiert, in dem aber die analogen Elemente, vor allem Beteiligungsmöglichkeiten, mindestens genauso wichtig sind.

„Ich war überrascht, was es alles gibt“, sagte sie zu ihren Recherchen über den Stand von Stuttgart auf dem Weg zur Smart City. Die Landeshauptstadt habe laut einschlägigen Rankings die innovativste Stadtverwaltung, was die Digitalisierung angehe, es gebe eine integrierte Verkehrsleitzentrale, einen „Green City Plan“, man wolle im Rahmen des Förderprogramms des Bundes „Modellprojekte Smart Cities: Stadtentwicklung und Digitalisierung“ eine Smart City Strategie entwickeln. Voraussetzung, dass eine Stadt zum „System der Systeme“ werde, sei eine vielfältige Zusammenarbeit aller auf der Basis einer Vision, die gemeinsam ausgearbeitet werden müsse. Marian Schreier, der sich im Rahmen seines Wahlkampfs auch mit dem digitalen Entwicklungsstand der Landeshauptstadt beschäftigt hatte, stufte Stuttgart mit seinem großen Potenzialen und vielen Möglichkeiten auf einer Skala von 0 bis 10 ganz oben ein. Gleichzeitig stellte er aber auch die Frage: „Wie geht die Stadtverwaltung mit diesen Potenzialen um?“ Da sieht er in Stuttgart noch viel Luft nach oben. Um die aktuellen Probleme lösen zu können, brauche es „eine andere Art Stadt und Stadtverwaltung zu denken“.

Als Beispiel für eine gelungene Entwicklung zur Smart City nannte Schreier immer wieder die österreichische Hauptstadt Wien, von der man sich viel abschauen könne, nicht nur beim Thema Wohnen, sondern auch bei der Stadtentwicklung insgesamt. Schreier: „Es braucht eine Stadtverwaltung, die auch in der Lage ist, die PS auf die Straße zu bringen.“

Viele kleine Maßnahmen

Auch Chirine Etezadzadeh sieht in der starken Region Stuttgart, in der man sich zuletzt vielleicht ein bisschen ausgeruht habe, vieles, auf dem man aufbauen könne. Gerade im Kampf gegen den Klimawandel könne man mit vielen kleinen Maßnahmen beispielsweise bei der Begrünung der Stadt oder beim Thema Wasser viel erreichen.

Mit dem Thema Stadt der Zukunft hatten sich Schülerinnen und Schüler des Dillmann-Gymnasiums in einem Camp am Ende der Sommerferien beschäftigt. Dabei entwarfen sie Visionen von Zukunftsstädten, die sie bei der vom Gymnasium, dem Dillmann-Verein und der Reinhold-Maier-Stiftung ermöglichten und von Annika Grah von den Stuttgarter Nachrichten moderierten Veranstaltung auch vorstellten. Kernpunkte dabei waren Prinzipien wie die Schwammstadt, die 15-Minuten-Stadt, Solar- und Windenergie und Ideen zur Mobilität in den Städten..




Unsere Empfehlung für Sie