Debatte über Lieferung schwerer Waffen Kühlen Kopf bewahren

Die Forderungen an die Adresse von Kanzler Olaf Scholz nehmen zu. Foto: dpa/John Macdougall

Die Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine ist geboten – dennoch hat der Kanzler mit seinem Zögern recht, meint Christoph Link.

Das mutmaßliche Versenken des russischen Kriegsschiffs „Moskwa“ ist ein Beispiel dafür, welche Rolle effiziente Waffen in diesem Krieg spielen. In der Frage der Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine steigt der Druck der Koalitionspartner auf Kanzler Scholz (SPD), den Wünschen aus Kiew nachzugeben. Der beharrt noch auf seinem Kurs, Deutschland wolle „richtige und vernünftige Waffen“ liefern. Das ist angemessen. In der Tat gibt es in Bundeswehrkreisen Bedenken gegen die Lieferung von Panzern des Typs Leopard und Marder oder der Panzerhaubitze 2000. Die Einweisung in diese komplexen Waffensysteme kann Monate dauern, für ungeübte Soldaten könnten sie sich als Rohrkrepierer, Bumerang und tödliche Falle erweisen. Besser wäre, die Nato würde bei den Mitgliedern, die früher im Warschauer Pakt waren, schwere Waffen abziehen und der Ukraine liefern. Mit ihnen zu arbeiten ist dem dortigen Militär vertraut.

 

Lesen Sie aus unserem Angebot: Ukraine drängt Scholz zur Entscheidung

Eine andere Frage ist die, ob wir mit unseren Waffenlieferungen selbst zum Kriegsziel Putins werden. Die müssen sich auch die Finnen stellen, die jetzt in die Nato wollen. Putins Vernichtungskrieg aber zeigt, dass er sich durch Appeasement nicht stoppen lässt.

Weitere Themen