Im Oktober hat der Ehninger Gemeinderat mit knapper Mehrheit beschlossen, dass historische Gebäude in der Königstraße 27, das sogenannte Meissnerhaus, abzureißen. Doch das letzte Wort war damit noch nicht gesprochen. Eine Bürgerinitiative setzte sich seitdem für den Erhalt und die Sanierung des Gebäudes ein und sammelte Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Mit Erfolg.
Mit rund 920 Unterschriften – weit mehr als die erforderlichen 480 – hat die Bürgerinitiative Lebendige Ortsmitte Ehningen ihr Ziel erreicht, ein Bürgerbegehren für den Erhalt und die Sanierung des historischen Meissnerhauses in der Ehninger Königstraße 27 in die Wege zu leiten. Am Montagabend wurden die Listen mit den gesammelten Unterschriften an den Ehninger Bürgermeister Lukas Rosengrün übergeben. Die konkrete Fragestellung des Bürgerbegehrens lautete: „Sind Sie für den Erhalt und die Sanierung des Gebäudes Königstraße 27?“ Mit der Übergabe der Unterschriftenlisten an Bürgermeister Rosengrün sei ein wichtiger Meilenstein erreicht, sagt Hannelore Röhm von der Bürgerinitiative Lebendige Ortsmitte Ehningen. Nun liege es an der Gemeinde, die weiteren Schritte einzuleiten und die Anliegen der Bürger ernst zu nehmen.
Aktuell würden Mitarbeitende des Bürgerbüros die Unterschriften auf ihre Rechtmäßigkeit durch einen Abgleich mit dem Melderegister überprüfen, heißt es aus dem Ehninger Rathaus. Für kommenden Montag hat der Bürgermeister dann außerplanmäßig zu einer Sondersitzung eingeladen. Dabei geht es um die Beschlussfassung über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens für den Erhalt und die Sanierung des Gebäudes in der Königstraße 27. Wenn das Bürgerbegehren vom Rechtsanwalt für zulässig erklärt wird und der Gemeinderat zustimmt, wird ein Termin für einen Bürgerentscheid festgelegt, bei dem die Bürgerinnen und Bürger abstimmen dürfen.
Eine Sanierung des Gebäudes ist aus Sicht der Bürgerinitiative eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Maßnahme, die den historischen Charakter von Ehningen bewahrt und zugleich eine Belebung des Ortskerns ermöglicht. Hier habe die Gemeinde die Chance, selbstgestaltend zu einem attraktiven Ortskern beizutragen, heißt es von Seiten der Initiative. Die durch die Machbarkeitsstudie der Firma Jako Baudenkmalpflege erarbeiteten Vorschläge griffen die Ergebnisse der Bürgerbeteiligungen der letzten Jahre auf und böten eine wirtschaftlich umsetzbare Lösung, die sowohl die städtebauliche als auch die soziale Entwicklung der Gemeinde unterstütze.