Debatte um Geländeverkauf in Stuttgart-Vaihingen SPD will Allianz zur Kasse bitten

2017 haben Vertreter der Allianz, der Preisgerichtsvorsitzende Kaspar Krämer (links) und Baubürgermeister Pätzold (Zweiter von rechts) vorgestellt, was der Architektenwettbewerb ergab. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
2017 haben Vertreter der Allianz, der Preisgerichtsvorsitzende Kaspar Krämer (links) und Baubürgermeister Pätzold (Zweiter von rechts) vorgestellt, was der Architektenwettbewerb ergab. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Für das Unternehmen hat die Stadt Sportflächen zu Gewerbegrundstücken gemacht. Jetzt will Allianz aber einen Teil davon nicht selbst bebauen, sondern verkaufen. Deswegen gibt es immer mehr Rufe, die Stadt an den Einnahmen zu beteiligen. Auch die SPD im Gemeinderat hat nun Position bezogen.

Stuttgart - Die SPD im Gemeinderat denkt darüber nach, dass die Stadt den Allianz-Konzern zur Kasse bitten sollte, falls er beim Verkauf eines Grundstücks im Gewerbegebiet Vaihingen einen hohen Spekulationsgewinn erzielt. Die Fraktion hat jetzt beantragt, die neue Sachlage zu klären. Anlass ist, dass Allianz nur noch einen Teil von früheren Sport- und Grünflächen selbst bebauen will, die für sie in Bauland umgewandelt wurden, um das Unternehmen in Stuttgart zu halten. Ein Teil soll verkauft werden.

Die Umwandlung der Flächen und die Schaffung eines Bebauungsplans durch die Stadtverwaltung gingen allerdings einher mit einem hohen Planungsgewinn, weil das Gelände wertvoller wurde. Angesichts dessen mehren sich jetzt die Rufe, dass das Unternehmen Geld für städtische Zwecke im Stadtbezirk Vaihingen abführen sollte, wo der Eingriff in eine Frischluftschneise und in die Sportflächen jahrelang auf Widerstände getroffen war. Allerdings war die Allianz bereits früher dazu verpflichtet worden, vom geschätzten Planungsgewinn in Höhe von 39 Millionen Euro das Bebauungsplanverfahren sowie den Umbau von Verkehrsflächen und Pflanzungen mitzubezahlen. Daher fordert die SPD, den tatsächlichen Planungsgewinn und den Aufwand von Allianz zu bestimmen und den zu erwartenden Verkaufspreis dagegenzuhalten. „Inwiefern ist sichergestellt, dass die Stadt an diesem Spekulationsgewinn beteiligt wird?“, fragt die SPD die Verwaltung.

Im Bezirksbeirat gibt es ähnliche Stimmen

Zuvor hatte es im Bezirksbeirat ähnliche Initiativen gegeben. Aus der CDU kam die Forderung, Allianz solle den Planungsgewinn für das Verkaufsgrundstück dem Stadtbezirk zugute kommen lassen. Die Grünen meinten, man solle nun erwägen, eine umweltverträglichere Bauweise herbeizuführen. Die FDP fände es auch angemessen, dass Allianz und Stadt sich über den Planungsgewinn verständigen.




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