Debatte um Song „Layla“ Puffromantik im Bierzeltsong

Die Wirklichkeit der Prostitution ist wenig romantisch. Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Der eigentliche Skandal am Bierzeltsong „Layla“ ist, dass er Puffromantik verbreitet. Das hat keinen Platz in einer modernen geschlechtergerechten Welt, sagt die StZ-Autorin Hilke Lorenz.

Familie/Bildung/Soziales: Hilke Lorenz (ilo)

Um was geht es, wenn halb Party-Deutschland bis hin zum Bundesjustizminister über ein Lied diskutiert? Geht es wirklich um Kunstfreiheit? Nein, das tut es natürlich nicht. Vielmehr geht es darum, dass im Ballermannsong „Layla“ von einer fürsorglichen „Puffmama“ namens Layla, also Geschäftsführerin eines Bordellbetriebs, mit den Worten „schöner, jünger, geiler“ und „Luder“ gesungen wird. Damit wird eine Puffromantik beschworen, die der Realität von 95 Prozent der Frauen in der Prostitution in keiner Weise entspricht.

 

Gewalt bei normalen Kundenkontakten

Ja, Deutschland hat noch immer das liberalste Prostitutionsgesetz Europas. Das heißt aber nicht, dass Prostituierte in unserem Land nicht täglich auch bei normalen Kundenkontakt Gewalt erleben. Dass sie ihre Einnahmen an Puffmama Layla abliefern müssen und den Ekel gegenüber Freiern mit Drogen und Alkohol betäuben. Worte wie „schöner, junger, geiler“ und schlimmere finden sich in Freierforen, in denen Männer ihrem Frauenhass freien Lauf lassen. Durchs Bierzelt gegrölt bleibt die herabwürdigende Haltung gegenüber Frauen gesellschaftsfähig. In einer geschlechtergerechten Gesellschaft hat das keinen Platz. Darum geht es.

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