Debatte um Wohnungsbaupolitik in Stuttgart SPD: Stopp für städtische Grundstücksverkäufe

Von Thomas Braun 

Der SPD-Ratsfraktion geht es mit dem geförderten Wohnungsbau in der Stadt zu langsam voran. Die Genossen wollen Grundstücksspekulation eindämmen und fordern zudem eine Reform des Stuttgarter Innenentwicklungsmodells (SIM).

Die SPD-Fraktion im Rathaus will den geförderten Wohnungsbau ankurbeln und schlägt vor, städtischen Grundstücke nur noch in Erbpacht zu vergeben. Foto: dpa
Die SPD-Fraktion im Rathaus will den geförderten Wohnungsbau ankurbeln und schlägt vor, städtischen Grundstücke nur noch in Erbpacht zu vergeben. Foto: dpa

Stuttgart - Die SPD-Ratsfraktion fordert, dass städtische Grundstücke grundsätzlich nicht mehr verkauft, sondern nur noch in Erbpacht an Investoren vergeben werden. Damit soll der Wohnungsbau in der Stadt angekurbelt werden. „Stuttgart braucht eine mutigere Wohnungspolitik und muss dringend etwas gegen die Grundstücksspekulation tun“, so SPD-Fraktionschef Martin Körner. Bei der Erbpacht kann die Stadt Vorgaben bezüglich der Nutzung des Grundstücks machen.

SPD fordert Reform des Stuttgarter Innenentwicklungsmodells (SIM)

Die Sozialdemokraten drängen zudem auf mehr verdichtetes Bauen. Neue Quartiere sollten kleinere Wohneinheiten, aber auch Infrastruktur wie Kitas, Einkaufsmöglichkeiten und wohnnahe Arbeitsplätze vorsehen. Dazu müsse die Stadtverwaltung nun endlich das vor zwei Jahren zugesagte Dichtekonzept vorlegen, erklärte Körner. Auch müsse der kommunale Grundstücksbestand erhöht werden: Dazu schlägt die SPD vor, das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell SIM zu reformieren. So soll es künftig möglich sein, dass Investoren bis zu 50 Prozent der von ihnen errichteten Wohneinheiten an die städtische Wohnungsbaugesellschaft SWSG verkaufen. Im November will die Fraktion bei einer Reihe von Diskussionsveranstaltungen im Rathaus über diese und weitere wohnungsbaupolitischen Perspektiven mit Experten aus Hamburg, Zürich, München und Frankfurt diskutieren.

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