Defibrillator-Klau in Filderstadt Der geklaute Lebensretter ist plötzlich wieder da

Von  

Auf Verwunderung folgt Verwunderung: Vor ein paar Tagen ist am Uhlbergturm ein lebensrettender Defibrillator gestohlen worden. Nun hat den Dieb offenbar die Reue gepackt.

Drei, die sich freuen: Caroline Wörner, Wolfgang Kirchner, Richard Briem (v.l.) Foto: Krämer
Drei, die sich freuen: Caroline Wörner, Wolfgang Kirchner, Richard Briem (v.l.) Foto: Krämer

Filderstadt - Wer hätte das gedacht? Caroline Wörner sicherlich nicht, wenn man ihr diese Geschichte Anfang der Woche erzählt hätte. Die Geschichte handelt von einem geklauten Defibrillator, auch Defi genannt. Dies ist ein Gerät, das auch für Laien einfach zu bedienen ist und bei akuten Herzanfällen Leben retten kann. Und ein eben solcher Defi ist am ersten Märzwochenende spurlos aus der an einer Wand im Uhlbergturm hängenden Box verschwunden. „Es war Gesprächsthema Nummer eins“, sagt Caroline Wörner. Und es hatte allseits große Verwunderung ausgelöst.

Mindestens ebenso groß ist die neuerliche Verwunderung in dieser Angelegenheit. Denn nun ist der Defi plötzlich wieder da – er wurde quasi von Geisterhand an seinen angestammten Platz zurückgebracht. Am Mittwoch hatte Caroline Wörner, die Pächterin des Kiosks am Uhlbergturm, eine Nachricht über Facebook erhalten, wie sie unserer Zeitung berichtet. Ein Wanderer, der vom dreisten Defi-Klau gelesen hatte, erzählte ihr, dass es nun wieder blinke und leuchte in der Defi-Box. Am Donnerstag ist Caroline Wörner dann zu dem beliebten Ausflugsziel gefahren, und siehe da – als wäre er nie weggewesen, befand sich der kleine Lebensretter an Ort und Stelle. „Er war im Prinzip unberührt“, sagt Caroline Wörner. Kein Schmutz, keine Macke, kein gar nichts. Und das Wichtigste: Er funktioniert. Sie vermutet dahinter einen Dummejungenstreich. Und offenbar hatte das schlechte Gewissen die Verantwortlichen geplagt.

Viel Vandalismus am Uhlbergturm in Filderstadt

Leider sei der Defi-Klau kein Einzelfall. Immer wieder komme sie zum Uhlbergturm und fände die Spuren von Vandalismus vor, erzählt Caroline Wörner. Das nehme zu. Sei es, dass Holz auf der Wiese herumliege, sei es, dass die Bänke angekokelt seien. Sie wolle dies nun konsequenter in den Blick nehmen. Klar ist: Dass der Zugang zum Lebensretter nun versperrt würde, ergebe keinen Sinn. „Dann würde er ja seine Wirkung verfehlen“, sagt sie.

Das sieht Richard Briem genauso. Der Plattenhardter hatte vor ein paar Jahren die Idee, an mehreren gut zugänglichen Stellen im Stadtgebiet Defibrillatoren aufzuhängen. Kooperationspartner ist die Björn-Steiger-Stiftung. Dass es sich bei dem Defi am Uhlbergturm exakt um den gestohlenen handelt, weiß Gerhard Briem gewiss – dank Abgleich der Seriennummer. Die sei bei der Stiftung hinterlegt, erklärt er, sie sei beispielsweise nötig, um Ersatzequipment für den Defibrillator zu bestellen. Heißt: Das Gerät wäre völlig nutzlos für den Dieb. Dass er jetzt wieder da ist, mache ihn „sehr glücklich“, sagt Richard Briem. „Es ist eine tolle Geste, dass der Betroffene das Gerät zurückgebracht hat.“

Genauso froh ist Wolfgang Kirchner, Vorstand der Ortsgruppe Plattenhardt des Schwäbischen Albvereins; der Gruppe gehört der Uhlbergturm. Die Polizei sei sofort verständigt worden, dass das lebensrettende Gerät wieder da sei.




Veranstaltungen