Degerloch Ja-Sager wollen Paten für S21-Bäume werden

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SÖS/Linke im Bezirksbeirat wollen Patenschaften für Schlossgarten-Bäume übernehmen.

Dies ist einer der versetzten Bäume, er steht jetzt in Degerloch. Foto: Archiv Tharang
Dies ist einer der versetzten Bäume, er steht jetzt in Degerloch. Foto: Archiv Tharang

Degerloch - Die Bezirke Degerloch und Möhringen sind um 14 Bäume reicher. Die Umpflanzaktionen aus dem Mittleren Schlossgarten sind beendet. Seitdem stehen nach Angaben des städtischen Gartenamts sechs der S 21-Bäume am Dornhaldenfriedhof in Degerloch und acht in der Stadtgärtnerei im Fasanenhof.

Rechtslage ist unübersichtlich

Damit ihre Anwesenheit und Historie im Bewusstsein bleibt, will sich das „Bündnis der Ja-Sager“ um Udo Strauß, stellvertretendes Mitglied von SÖS/Linke im Bezirksbeirat Degerloch, um Patenschaften für diese Bäume bemühen. „Wir wollen dafür sorgen, dass es ihnen gut geht, dass sie immer genug Wasser haben und ausreichend gedüngt werden.“ Das Bündnis habe sich 2011 gegründet und bestehe aus Stuttgart-21-Kritikern, die das Projekt konstruktiv-kritisch begleiten wollen. Deswegen hat Strauß im Beirat den Wunsch mehrerer Mitglieder kundgetan, für die Bäume Patenschaften zu übernehmen.

Prinzipiell sei das möglich, sagt Johann Brauer vom Gartenamt. Seit 1992 gebe es in Stuttgart das Projekt Baumpatenschaft. In der Debatte um Baumgesundheit und Waldsterben übernahmen damals mehrere hundert Bürger eine Patenschaft. Im konkreten Fall hält er dies aber für unwahrscheinlich. Die Rechtslage sei unübersichtlich. „Grundsätzlich ist der Eigentümer für die Bäume zuständig. Das ist mit Übernahme des Mittleren Schlossgartens die Bahn.“ Allerdings habe die Bahn die Bäume auf städtische Grundstücke versetzt – und sei nur drei Jahre mit der Anwachspflege betraut. Danach übernimmt das Gartenamt die Pflege. Schwer zu klären sei, wer für den Schaden aufkäme, wenn die Baumpaten sich beim Gießen und Düngen nicht mit den von der Bahn beauftragten Garten-Unternehmen koordinierten und womöglich Schaden entstünde. Aber, so Brauer: „Ich halte es nicht für sinnvoll, dazu umfangreiche Rechtsgutachten anfertigen zu lassen.“

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