Degerlocher Bücherei Fahrräder bekommen wieder Platz

Von Simone Bürkle 

Zu Beginn des Jahres hat die Stadt die Fahrradständer vor der Bibliothek an der Löffelstraße abgebaut. Nach zahlreichen Beschwerden der Nutzer soll nun wieder eine Abstellanlage errichtet werden.

  Foto: Achim Zweygarth
  Foto: Achim Zweygarth

Degerloch - Sie sorgt für Gesprächsstoff, die Anlage zum Abstellen von Fahrrädern vor der Stadtteilbibliothek. Genauer gesagt ist es die Tatsache, dass eben jener Fahrradständer seit Beginn des Jahres fehlt: Die Stadt hat die Anlage an der Löffelstraße abgebaut. Stattdessen findet sich dort mittlerweile eine Fahrrad-Verleihstation der Deutschen Bahn.

Dass sie ihren Drahtesel seither nicht mehr direkt vor dem Eingang der Degerlocher Bücherei parken können, hat etliche Besucher verärgert. „Es gab Beschwerden und immer wieder Nachfragen“, berichtet die Bibliotheksleiterin Annelie Kiener. Oft kämen die Leute mit großen Taschen voller Bücher, die sie nach dem Entleihen zurückbringen wollten. Für sie sei es umständlich, nun immer einen anderen Platz für ihre Fahrräder zu suchen. Deshalb hat Annelie Kiener ihren Kunden geraten, sich bei der Stadt Stuttgart zu beschweren. Das haben einige getan – und zwar mit der sogenannten Gelben Karte.

Ein Bürger mutmaßt gar Absicht

Einer von denen, die wegen des fehlenden Fahrradständers eine Gelbe Karte an die Stadt geschickt haben, hat sich nun auch an unsere Redaktion gewandt. Inzwischen hat der Mann einen umfangreichen Schriftverkehr mit verschiedenen städtischen Ämtern geführt. Ihm ist auch Abhilfe in Aussicht gestellt worden. Dem Mann dauert es allerdings zu lange, bis sich in der Angelegenheit etwas tut: Schon im März hat er seine Gelbe Karte an die Stadt geschickt; passiert ist bisher noch nichts.

Mittlerweile mutmaßt der Bürger gar, dass Absicht dahinter steckt und kommentiert das entsprechend: „Da freut man sich und schafft sein Fahrrad ab, da Stuttgart eine konsumfreudige Stadt ist und das Fahrradfahren nur noch mit Leihrädern der DB gegen Gebühr unterstützt wird.“

Nach den Worten von Thomas Chakar vom Tiefbauamt ist dies aber keineswegs im Sinne der Verwaltung. Er versichert, dass Ende des Monats wieder eine Fahrrad-Abstellanlage installiert werde. „Normalerweise ist es kein Problem, das zu bauen“, sagt er. Doch in diesem Fall müsse man in eine Bushaltestelle eingreifen und zum Beispiel um eine Entwässerungsrinne herumbauen. Deshalb habe sich das Ganze verzögert. Nun aber soll die Anlage auf jeden Fall errichtet werden. „Der Auftrag an den Unternehmer ist schon raus“, sagt Chakars Kollege Herbert Hiller von der Bauabteilung des Tiefbauamts.

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