Degerlocher Urologe hört auf Manche Patienten sind wie gute alte Bekannte

Der Degerlocher Urologe Christian Volz hört Ende 2021 auf. Foto: Caroline Holowiecki
Der Degerlocher Urologe Christian Volz hört Ende 2021 auf. Foto: Caroline Holowiecki

Der Degerlocher Urologe Christian Volz gibt Ende des Jahres nach 26 Jahren seine Praxis ab und hört auf. Ein Nachfolger steht bereits in den Startlöchern.

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Degerloch - Die Tage sind aktuell für Christian Volz mitunter länger als sonst. In seiner urologischen Praxis in Stuttgart-Degerloch brennt häufig abends etwas länger das Licht. Es gibt viel zu tun, viel Organisatorisches, viele Patienten haben sich außerdem zum Jahresende noch einen Termin geben lassen. Denn der Arzt, der die Praxis im Berolinahaus 26 Jahre geführt hat, hört zum Jahresende auf. Am 23. Dezember ist Christian Volz’ letzter Arbeitstag.

Seinen Nachfolger kennt der Urologe gut

Der promovierte Mediziner ist 66. Sprich: Der Abschied hat etwas mit seinem Alter zu tun. Aber auch mit einer glücklichen Fügung. „Ich habe einen Nachfolger, den ich gut kenne“, sagt er. Das habe ihm die Sache leicht gemacht. Nachfolger zu finden, das werde immer schwerer. „Junge Kollegen sind oft nicht erpicht auf eine Einzelpraxis.“ Christian Volz erklärt: Der Neue, der Urologe Thomas Müller, ist aktuell noch ein angestellter Arzt in einer anderen Praxis, nun macht er sich selbstständig. Am 10. Januar 2022 soll die Praxis unter seiner Führung wiedereröffnen. Ändern soll sich für die Patienten wenig. „Meines Wissens wird alles so fortgeführt“, sagt Christian Volz. Auch die Arzthelferinnen blieben dieselben.

Reisen, Fotografie, Gartenarbeit: Der Bald-Rentner will sich nun stärker seinen Hobbys widmen. „Ich glaube nicht, dass mir langweilig werden wird.“ Christian Volz sagt, dass er vor allem die Menschen vermissen wird. „Man schwätzt den ganzen Tag“, sagt der Möhringer. Manche Patienten – etwa 75 Prozent seien Männer – kenne er seit einem Vierteljahrhundert, die seien wie gute alte Bekannte.

Heute gehen Männer früher zur Vorsorge

Schambehaftet sei der Gang zum Urologen heute nicht mehr. Vor allem: Heute gingen Männer früher zur Vorsorge. Das erkenne er daran, dass die Krebserkrankungen, die er sehe – gut ein Drittel von Christian Volz’ Patienten sind Tumorpatienten –, in der Tendenz in einem früheren Stadium seien. Das Bewusstsein habe sich geändert.

Fast wäre der Vater zweier erwachsener Söhne kein Arzt geworden. Noch vor dem Medizin- hat er ein Pharmaziestudium absolviert. „Ich bin auch Apotheker“, sagt er, wie sein Vater ebenfalls. Der Urgroßvater wiederum sei Lehrer gewesen – an der Filderschule in Degerloch. Christian Volz erzählt: „Als ich die Praxis übernommen habe, hatte ich einzelne Patienten, die meinen Urgroßvater kannten.“

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