„Deine Freunde“ im Wizemann Gebt uns eure Kinder!

Von Anja Wasserbäch 

Deine Freunde machen Kindermusik, die auch die Eltern ganz gut finden. Kein Wunder, dass die Konzerte immer ausverkauft sind. Am Freitagabend hat das Hamburger Trio in Stuttgart gespielt.

Eigentlich machen Deine Freunde Musik für Kinder – die aber gefällt auch den Eltern. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt 5 Bilder
Eigentlich machen Deine Freunde Musik für Kinder – die aber gefällt auch den Eltern. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Stuttgart - Sie singen über „Schokolade“, „Fontanelle“, den „Brudi“ und lästige Hausaufgaben, die Musik bewegt sich irgendwo zwischen Hip-Hop und Pop. Wer keine Kinder im Grundschulalter hat, hat von der Band „Deine Freunde“ wahrscheinlich noch nie etwas gehört. Deine Freunde sind eine Kinderband, taugen aber auch Erziehungsberechtigten, die „Lass jetzt los“ und andere Kinderzimmerhits nicht mehr hören können. Und: Ihr Erfolg gibt ihnen recht. In der mit 1300 Gästen ausverkauften Halle im Wizemann singen und tanzen am frühen Freitagabend – Beginn ist um 17.30 Uhr – auch viele Eltern mit.

Deine Freunde sind Florian Sump, Markus Pauli und Lukas Nimscheck. Zum Teil sind sie heute selbst Eltern, Erfahrungen mit der Bühne haben sie schon massig. Florian Sump war früher Schlagzeuger der Band Echt, eigentlich so etwas wie eine Boygroup damals Ende der neunziger Jahre. Markus Pauli war Tour-DJ bei Fettes Brot, Lukas Nimscheck Moderator beim Tigerentenclub. Gemeinsam sind sie Deine Freunde und haben vor allem sehr viel Freude bei dem, was sie da machen.

Großer Bereich nur für Kinder

Ein großer Bereich direkt vor der Bühne im Wizemann ist nur für die Kinder zugänglich. Die Erwachsenen stehen hinter der Absperrung, manche schauen etwas nervös immer wieder nach den Kleinen. Bevor Deine Freunde auf die Bühne kommen, gibt es Afrobs „Reimemonster“ und Dendemann vom Band, die Väter in Sneakers wippen mit. So weit, so viel Klischee.

Das 90-minütige Konzert ist für die Kids sehr kurzweilig, weil die drei Typen auf der Bühne sie ernst, aber sich selbst nicht so ernst nehmen, weil sie Humor haben und Selbstironie sogar schon bei Kindern funktioniert, wenn alle zusammen „Ich bin nervig“ rappen. Da tanzen sie mit Lichtschwertern, nennen die richtigen Worte („Da war eine Stimmung, wie wenn bei Bibi und Tina ein Fohlen geboren wird“) und singen zusammen ein Loblied auf „deine Mudder“ und natürlich auf „Schokolade“. Für die Eltern gibt es Popreferenzen wie etwa „Push It“ und eine Boygroup-Choreografie in goldenen Blousons. Dazu singen sie eine Hymne auf die Fontanelle. Das ist so lustig, das könnte gar den Humoristen von Studio Braun eingefallen sein.