Dekumo und Designmessen in Stuttgart Schaufenster für Stuttgarter Designer

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Märkte wie die Dekumo, die Veranstaltung „Schöne Bescherung“ oder das Event Holy Shit Shopping erfreuen sich großer Beliebtheit. Woran liegt der Erfolg der Plattformen? Ein Stammgast, eine Veranstalterin und zwei Produzentinnen erklären das Phänomen.

Frank Gwildis beschäftigt sich ­seit Jahren mit Designmessen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Frank Gwildis beschäftigt sich ­seit Jahren mit Designmessen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Designmessen- und Märkte boomen seit einigen Jahren, nicht nur in Stuttgart. An diesem Wochenende erfolgt mit der Dekumo der Startschuss für die alternativen Design-Festspiele, die erst kurz vor Weihnachten mit dem Holy Shit Shopping zu Ende gehen. Dazwischen buhlen unter anderem die „Schöne Bescherung“ und das Kunstkaufhaus in den Wagenhallen um Besucher. Was aber macht den Reiz dieser Veranstaltungen aus?

In den Augen von Frank Gwildis kann man die hippen Messen und Märkte nicht auf Konsum reduzieren. „Für die hiesige Kreativwirtschaft, für das Handwerk, für kleine Produzenten sind die Veranstaltungen ein wichtiges Schaufenster, um sich selbst und ihr Schaffen ins Rampenlicht zu rücken“, erklärt Gwildis, der die Dekumo nicht nur aus privaten Gründen seit Jahren besucht, sondern auch in seiner Funktion als Stadtentwicklungsplaner bei der Stadt Stuttgart. „Eine Veranstaltung wie die Dekumo ist ganz wichtig für die Geschmacksbildung“, so Frank Gwildis.

Das Besondere an der Dekumo sei überdies die Tatsache, dass die Messe jedes Mal eine andere Location zu bespielen versuche. In diesem Jahr ist das etwa die ehemalige Hauptverwaltung der EnBW Stuttgart in der Nähe des Hauptbahnhofs, die einst nach Plänen des Architekturbüros Lederer Ragnarsdóttir Oei aus Stuttgart gebaut worden war. „Die Macher der Dekumo sind im besten Fall Pfadfinder für die Stadtentwicklung, sie nehmen bestimmte Entwicklungen wahr und schaffen es, den Scheinwerfer auf Ecken von Stuttgart zu richten, die man sonst nicht ganz so präsent hat“, so Gwildis. Im Falle der ehemaligen EnBW-Verwaltung sei das laut Gwildis ein Büro- und Arbeitsquartier, das sich im Umbruch befinde. „Wenn der Eingriff am Stuttgarter Hauptbahnhof in einigen Jahren beendet ist, wird dieser Bereich neu entwickelt. Dabei könnte ein urbanes Quartier am Rande der Innenstadt entstehen“, sagt Gwildis.

Am Beispiel der Dekumo zeige sich außerdem, dass das Thema Design in Stuttgart mittlerweile einen anderen Stellenwert habe. „Das ist auch ganz wichtig, um Studierende zum Beispiel aus dem Bereich Produktgestaltung in Stuttgart zu halten“, sagt Frank Gwildis in Bezug auf die Kreativwirtschaft. „Vielleicht entsteht aus diesen vielen Designmessen eines Tages ja eine Art ständige gläserne Produktion mit Design in Stuttgart. Die temporäre Mall Fluxus ist schon jetzt das Ergebnis der boomenden Designmessen in Stuttgart.“

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