DEL und DEL 2 stellen Konzept für Spielbetrieb vor Eishockey macht sich bereit für die Fans

Von Jürgen Kemmner 

DEL und die DEL 2 haben mit dem Deutschen Eishockey-Bund ein Konzept aufgestellt, wie eine Rückkehr zum Spielbetrieb möglich sein sollte. Die Fans müssen sich allerdings auf besondere Bedingungen einstellen, wie etwa das Anfeuern mit Maske.

Die DEL und die DEL 2 wollen bald zum Spielbetrieb mit Zuschauern zurückkehren, doch für die Fans wird sich beim Live-Erlebnis einiges ändern. Foto: Baumann
Die DEL und die DEL 2 wollen bald zum Spielbetrieb mit Zuschauern zurückkehren, doch für die Fans wird sich beim Live-Erlebnis einiges ändern. Foto: Baumann

Stuttgart - Rückkehr zur Normalität? Die wird es im Eishockey so schnell nicht geben, aber die Rückkehr zum Spielbetrieb in der DEL und der DEL 2 soll im Oktober gelingen – und zwar vor Zuschauern. „Es war ein enormer Aufwand, dieses Konzept zu erstellen“, sagt Franz Reindl, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), der gemeinsam mit der DEL und der DEL 2 in einer Task Force einen Rahmenplan erstellt hat, der es den Clubs ermöglichen soll, zum Ligenbetrieb noch im Herbst zurückzukehren. Den Clubs wurde ein 81-seitiges Papier unterbreitet, welche Maßnahmen zu treffen sind, damit Eishockey gespielt werden kann. Wir klären die wichtigsten Fragen.

Wann starten DEL und DEL 2 in die Saison?

Ursprünglich war der DEL-Start für 18. September geplant, mittlerweile wurde er auf November verschoben. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Die DEL 2 will bereits am 2. Oktober in die Saison starten. Die Clubs stehen wirtschaftlich unter hohem Druck, die Spieler sind bereits unter Vertrag, sodass möglichst früh wieder Einnahmen über Ticketverkäufe erzielt werden sollen.

Wie viele Zuschauer dürfen in die Arenen?

Die Clubs haben deutlich gemacht, dass Geisterspiele keine Alternative sind, da Ticketeinnahmen bis zu 50 Prozent des Etats decken. Es können aber keine Zahl und kein Prozentsatz festgelegt werden, wie viele Fans auf die Ränge dürfen, da sich alle Hallen unterscheiden in Bezug auf Größe, Fanbereiche, Klimatechnik, Gastronomie und Zugangswege. Die SAP-Arena in Mannheim mit 13 660 Plätzen (davon 9934 Sitzplätze) ist ein anderes Kaliber als die Helios-Arena mit 6125 Plätzen (1542) in Schwenningen. Deshalb wurden die Erst- und Zweitligisten aufgefordert, mit dem Hallenbetreiber sowie den zuständigen Ordnungs- und Gesundheitsämtern ein individuelles Konzept zu erstellen, in dem die jeweiligen Gegebenheiten berücksichtigt sind. Die Zahl der Zuschauer in den Stadien hängt darüber hinaus auch von der allgemeinen Pandemielage ab.

Worauf müssen sich die Zuschauer in den Arenen einstellen?

Beim Kartenerwerb hat der Club sicherzustellen, dass die Nachverfolgbarkeit der Fans gewährleistet ist, also, dass bekannt ist, wer in der Halle war. Zudem müssen die Fans die Hygieneregeln beachten sowie die vorgeschriebenen Wege einhalten. Es wird kein Eishockey-Erlebnis werden wie einst – auch weil womöglich Maskenpflicht herrschen wird. Das Problem sind die Fangesänge, da beim Singen oder Anfeuern viele Atemtröpfchen in die Umgebung abgegeben werden. Mit einer FFP-2-Maske wäre dieses Risiko ausgeschlossen, sodass die Träger lautstark anfeuern dürfen. „Ohne Fangesänge ist Eishockey nicht vorstellbar“, betont Jörg von Ameln, Leiter Spielbetrieb der DEL. Singen mit Maske? Ob das praktikabel ist?

Wie oft werden die Spieler getestet?

Vor Saisonstart werden alle Personen rund ums Team getestet. Während der Runde werden Tests nur in begründeten Fällen vorgenommen, etwa, wenn ein Spieler Symptome aufweist oder es in seinem Umfeld einen positiven Fall gab. Bei einem Fall im Umfeld begibt sich der Spieler für 14 Tage in Quarantäne. Sollte sich eine Stadt zum Corona-Hotspot entwickeln, würde die DEL ihr Konzept anpassen und verschärfen. „Die Zahl der Tests hängt nicht von den Finanzen ab“, erklärt Jörg von Ameln.

Ist die körperbetonte Sportart Eishockey nicht risikoreicher als andere?

Nein, weil sie sehr schnell ist und die Kontaktzeiten sehr gering sind. Die am Konzept beteiligten Mediziner erklärten: Hautkontakt sei fast auszuschließen. Da sich Spieler maximal wenigen Sekunden direkt gegenüber stünden, sei die Zeit für das Virus zu kurz, um überzuspringen. Wegen der niedrigen Temperatur auf dem Eis sänken die Atemtröpfchen schnell zu Boden, was eine Infektion unwahrscheinlich mache. Daher sind keine Helme mit Vollvisier nötig.

Welche Sicherheitsregeln müssen die Spieler zudem beachten?

Es gelten für die Eishockey-Cracks im Trainingsbetrieb die Regeln wie in den übrigen Profi-Ligen in Deutschland.

Welche Schritte haben die Bietigheim Steelers unternommen?

Noch liegt das Lizenzverfahren des Zweitligisten beim DEL-Schiedsgericht, dennoch haben die Steelers entsprechende Schritte eingeleitet, um die Ege-Trans-Arena für den Spielbetrieb unter die Lupe nehmen nehmen zu lassen. „Wir stehen mit dem Gesundheits- und dem Ordnungsamt in Kontakt“, sagt Volker Schoch, Geschäftsführer des Bietigheimer Clubs.

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