Blechbläser aus der ganzen Region protestieren mit Musik in Stuttgart gegen den Krieg in der Ukraine. Es wird bereits über eine Fortsetzung der Darbietung nachgedacht.

Mehr als 40 Blechbläser und Blechbläserinnen aus der ganzen Region haben sich am Sonntagnachmittag gegen 17 Uhr auf dem Schlossplatz versammelt, um für rund eine dreiviertel Stunde „Stuttgarter Friedensfanfaren“ erklingen zu lassen.

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Die Idee, als Protest gegen den Ukrainekrieg öffentlich Friedenslieder auf Blechblasinstrumenten zu spielen, geht auf den Leiter des Degerlocher Posaunenchors, Jens Rudat, zurück. Der 63-Jährige hatte bereits drei Tage nach den ersten russischen Angriffen Musiker versammelt, um in der Stiftskirche die sogenannten Stuttgarter Friedensfanfaren erklingen zu lassen. Unterstützt wurde Rudat dabei vom evangelischen Stadtdekan Sören Schwesig, Stiftspfarrer Matthias Vosseler sowie dem Posaunenreferenten im Kirchenkreis Stuttgart Christof Schmid. Vergangenes Wochenende hatten bereits rund 50 Blechbläser ein erstes Friedenskonzert auf dem Schlossplatz gespielt.

Lieder spielen – ohne Probe

Wie Rudat am Sonntag betonte, werden die Lieder ohne vorherige Probe gespielt. Unter anderem stimmten die Musiker die Europahymne „Ode an die Freude“ an. „Es herrscht bereits jetzt der dringende Wunsch, die Stuttgarter Friedensfanfaren fortzuführen“, betont der Posaunenchorleiter.

Wie bei ihren letzten beiden Konzerten sammelten die Musiker auch am Sonntagnachmittag Spenden für die Kinder eines Kiewer Kinderheims. Rudat steht in Kontakt mit Schwester Inge Kimmerle, einer Diakonisse, die mit dem ukrainischen Kinderheim eng verbunden ist. Ein Bus mit geflohenen Kindern aus dem Heim war jüngst mit Begleitern in Freiburg eingetroffen.