Demokratisches Zentrum Ludwigsburg Nachhilfe in politischem Denken
Die Debatte um das Ludwigsburger Demoz mag zu Ende sein. Doch da muss noch mehr kommen, kommentiert unsere Autorin Verena Mayer.
Die Debatte um das Ludwigsburger Demoz mag zu Ende sein. Doch da muss noch mehr kommen, kommentiert unsere Autorin Verena Mayer.
Ein Blick in den Veranstaltungskalender des Demoz für die kommenden Tage: Es findet statt eine Infoveranstaltung über längere Laufzeiten der Atomkraftwerke; eine Ausstellung, die sich mit Rassismus in Schönheitsidealen befasst; ein Filmabend, bei dem dokumentarisch vorgeführt wird, was passiert, wenn in der Nachbarschaft plötzlich Asylbewerber einziehen.
Schon klar: Jemand, der stramm konservativ ist, fühlt sich von diesem Programm eher nicht angesprochen. Von Rechtsextremen, die das Demoz gezielt ausschließt, ganz zu schweigen. Dem Verein deshalb einen Mangel an geistiger Offenheit zu bescheinigen und die Gemeinnützigkeit abzuerkennen – absurder kann man kaum argumentieren.
Wie steril bitteschön soll eine Atmosphäre denn sein, in der politische Bildung stattfindet? Und wie haltungsfrei sollen die Vermittler dieser Bildung sein? Wie stellen sich Finanzbeamte einen Ort vor, der eine kritische Auseinandersetzung mit der Welt fördert? Womöglich gar nicht, wie man aus dem Gebaren der Behörde schließen könnte.
Jetzt hat sie die Debatte mit Formalien beendet. Sicher fühlen kann sich das Demoz, und kein anderer Verein, trotzdem nicht, solange das Thema Gemeinnützigkeit nicht final geklärt ist. Etwas politisches Bewusstsein könnte nicht schaden. Die Adresse des Demoz kennen die Steuerprofis jetzt ja!