Proteste zur Eröffnung des CDU-Bundesparteitags: Auf dem Gelände der Messe Stuttgart kamen am Freitag unterschiedliche Demonstrierende zusammen.

Lokales: Armin Friedl (dl)

Ganz schön trubelig, aber zugleich auch ziemlich ruhig geht es an diesem Freitagvormittag um 9 Uhr auf dem Gelände der Messe Stuttgart zu nahe der Stadtbahn-Endhaltestelle. Viele wollen in die Halle, in welcher der CDU-Bundesparteitag an diesem Vormittag eröffnet wird. Und angesichts der morgendlichen Kälte wollen sie vor allem möglichst schnell die Sicherheitskontrollen hinter sich lassen. Andere zieht es eine Halle weiter zur Messe Retro Classic.

 

Und alle laufen vorbei an einer Phalanx von Demonstrierenden, die sich gegenüber der Parteitagshalle aufgebaut hat. Deren Themen stehen auf großen Transparenten: „Stopp Pfaffensteigtunnel und Co.“ heißt es da etwa. „Politik von Reiche für Reiche“ heißt es auf einem anderen von Attac, einem Netzwerk, das sich für globale Gerechtigkeit einsetzen will. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund ist präsent: „Mehr Macht für die acht“ heißt es da, also ein Plädoyer für den Acht-Stunden-Tag.

Demonstrationen beim CDU-Bundesparteitag

Die Demonstrierenden erreichen einige Aufmerksamkeit mit ihren verschiedenen Vorgehensweisen. Für den Protest gegen den Pfaffensteigtunnel haben sich zusammen getan die Schutzgemeinschaft Filder (SGF), die Initiative „Pro Gäubahn“, das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und weitere Umweltschützer. Etwa 50 Aktivisten waren davon auf der Messe. Frank Distel, stellvertretender Vorsitzender der SGF, stellte die zentralen Kritikpunkte in einer Megaphon-Rede kurz und prägnant vor.

Die Gegner des Projekts Pfaffensteigunnel. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg

Attac präsentierte eine Aktion mit Aktivisten in Pappmasken von Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katharina Reiche mit übergroßen Spendenchecks von zwei exemplarischen Großspendern des letzten Jahres – der BMW-Eignerfamilie Quandt und des Milliardärs Carsten Maschmeyer. Weitere etwa 15 Attac-Leute hatten noch Infomaterial zu anderen Themen parat. Das war nun kein heißer Demonstrations-Vormittag, aber einer, bei dem die Argumente gut dargelegt werden konnten.