Denkendorf Großrutsche, vollständige Erneuerungen: Gewaltige Pläne für das Freibad

Das Denkendorfer Freibad muss saniert werden. Foto: urh

Das Freibad in Denkendorf muss umfassend erneuert werden. Wann könnte es losgehen? Die großen Pläne im Überblick.

Das Freibad im Körschtal ist in die Jahre gekommen. Ausstattung und Technik müssen erneuert werden. Die letzte große Sanierung liegt mehr als zwei Jahrzehnte zurück, die Badewassertechnik ist teilweise über 40 Jahre alt. Eine Studie hatte im vergangenen Herbst den Handlungsbedarf an Gebäuden, Beckenkonstruktion, Sanitär- und Badewassertechnik sowie der Heiz- und Elektrotechnik detailliert aufgezeigt. Insgesamt rechnet die Gemeinde bei der Umsetzung aller vorgeschlagenen Maßnahmen mit Kosten von rund 7,8 Millionen Euro.

 

Um dies finanzieren zu können, hofft die Kommune auf eine Förderung aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Sportstätten. Ein Förderantrag für einen Zuschuss in Höhe von 3,5 Millionen Euro wurde jetzt gestellt. Der Gemeinderat will abwarten, ob und in welcher Höhe Fördergelder fließen werden, um dann darüber zu entscheiden, welche der vorgeschlagenen Maßnahmen realisiert werden können. Denn ohne Förderung werde die Sanierung nicht umsetzbar sein. Eine Entscheidung über den Zuschuss werde im Februar erwartet, so die Gemeindeverwaltung.

Pläne für das erneuerte Freibad in Denkendorf

Vorgesehen ist die umfassende technische, funktionale und energetische Sanierung des Bads. Dazu gehören die vollständige Erneuerung der überalterten Badewasser-, Heizungs- und Elektrotechnik, der teilweise Neubau einer zentralen Filter- und Technikhalle, die Sanierung des Springerbeckens und der Neubau des Kinderplanschbeckens. Geplant sind außerdem Maßnahmen, die den Energie- und Wasserverbrauch reduzieren. Vor allem der hohe Gasverbrauch soll um mehr als 70 Prozent gesenkt werden.

Neue Umwälzpumpen sollen zudem beim Strom Einsparungen bringen. Eine Auskleidung von Springer- und Kinderplanschbecken mit Edelstahl sowie neue Rohre könnten zudem den Wasserverbrauch senken. Auch die Barrierefreiheit soll unter anderem durch rollstuhlgerechte Zugänge, barrierefreie Umkleiden und behindertengerechte Sanitäranlagen verbessert werden. Eine neue Großrutsche könnte zudem das Bad attraktiver machen.

Bekommt das Denkendorfer Freibad eine neue Großrutsche? Foto: urh

Neben den technischen Einrichtungen sind es vor allem das Springerbecken und das Kinderplanschbecken, die technisch und funktional veraltet sind, so die Studie. Das geflieste Springerbecken mit seinem Fünf-Meter-Turm soll mit Edelstahl ausgekleidet und die technischen Installationen verbessert werden. Das Kinderplanschbecken dagegen müsste komplett erneuert werden. Hier stehen drei verschiedene Gestaltungsvarianten im Raum.

Wird das Freibad in Denkendorf geschlossen?

Eine unmittelbare Schließung drohe dem Freibad nicht, betonte der Denkendorfer Bürgermeister Ralf Barth bereits bei der Vorstellung der Studie. Einige Jahre lang könnte das Bad noch im aktuellen Zustand betrieben werden. Mit der Sanierung wolle man jedoch den langfristigen Weiterbetrieb des Freibads sichern.

Auch einen Zeitplan gibt es bereits. In diesem Jahr stehen vor allem Ausschreibung und konkrete Planung der Maßnahmen an. Wenn im Frühjahr 2027 ein Baubeschluss fallen sollte, könnte nach Ende der Freibadsaison im Herbst 2027 mit den Arbeiten begonnen werden. Im Sommer 2028 würde es dann einen eingeschränkten Freibadbetrieb geben mit reduzierten Wasserflächen. Eine zweite Bauphase ist für den darauffolgenden Winter und das Frühjahr vorgesehen. Im Mai 2029 soll das runderneuerte Freibad dann in vollem Umfang wieder in Betrieb gehen.

Beliebtes Freibad

Nutzung
Das Freibad im Körschtal gibt es seit mehr als 90 Jahren. In den letzten Jahren verzeichnete das Bad pro Saison durchschnittlich mehr als 87 000 Badegäste. Ein hoher Anteil kommt aus den Kommunen der Region.

Sanierung
In zwei Bauabschnitten wurden 2001 und 2004 unter anderem das Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken mit Edelstahl ausgekleidet, um den Wasserverlust durch poröse Fliesen zu verringern. Auch die große Wellenrutsche wurde damals installiert. In der Zwischenzeit wurden immer wieder Erneuerungen und Reparaturen durchgeführt. Unter anderem wurde der Heizkessel, der das Beckenwasser erwärmt, ausgetauscht, die Sanitärräume wurden saniert und das Dach über dem Umkleide- und Sanitärbereich samt der dort installierten Solarabsorberanlage erneuert.

Wasserqualität
Auch wenn technisch einiges im Argen liegt, bei der Wasserqualität gibt es nichts zu beanstanden. Wasser- und Umweltaufsichtsbehörden hatten bisher laut Gemeinde keinerlei Beanstandungen. Die Werte würden ständig überprüft und seien stets top.

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